Interpret:
Yamon Yamon
Plattentitel:
This Wilderness
Label:
A Tender Version / Al!ve
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
6.5 von 10
Autor:
Bastian Küllenberg
Wuppertal / Düsseldorf, 08.02.2010
Diese Band gilt als das am besten gehütete Geheimnis Stockholms. Vielleicht mag die mangelnde Wahrnehmung außerhalb der Heimatstad damit zusammenhängen, dass sich Yamon Yamon in Sachen Klang und Komposition weder ins Lager des melodisch verspielten Pop à la Labrador Records, noch der Bande jugendlich verwuschelter Röhrenjeans-Rocker einordnen lassen. Stattdessen finden sich hier Verweise auf experimentierfreudige Multiinstrumental-Comobos wie Do Make Say Think und Mogwai oder Breitwand-Melodramaten wie Coldplay.
Das Quartett verbindet eingängige Popmelodien mit komplexen Arrangements, pures Radio mit Rhythmuswechseln aus dem Jazz. Spannend klingt das alles und ist doch nicht immer ganz greifbar. Vermutlich muss man Musik mathematischer verstehen, um über die volle Distanz die ganze Bandbreite des Könnens von Yamon Yamon zu begreifen. Für jemanden, der Musik vor allem mit dem Herzen wahrnimmt, bleibt es eine Frage der richtigen Stimmung, ob Lieder wie „No Depression" oder „Two Sides", die zwischen vor Pracht glänzend und bitterlich melancholisch pendeln bis auf den Grund vorstoßen. An verregneten Wintertagen funktioniert ein Album wie „This Wilderness" sehr gut.