DETAILS

Interpret:
X-press 2

Plattentitel:
The House Of X-Press 2

Label:
Skint / Rough Trade

VÖ:
bereits erschienen

Punkte:
6.0 von 10

Weiterführende Links:

Autor:
Isabel Parzich
Wuppertal, 08.02.2012

PLATTENKISTE

X-press 2 - The House Of X-Press 2

X-press 2 - The House Of X-Press 2

Mit dem neuen Album von X-Press 2 liegt nun also das dritte Album echter Dancefloor-Veteranen vor mir. Zunächst als Trio gestartet, verließ Ashley Beedle – Gründungsmitglied des Black Science Orchestra – 2009 die Formation, um noch im selben Jahr mit seiner Horace Andy-Collabo auf Strut zu überzeugen. DJ Diesel (Darren House) und DJ Rocky (Darren Rock) sollte dies aber nicht einschüchtern. Beide sind tief im Acid House der 90er verankert und ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass man in den 90er und 2000er Jahren kaum um ihre Clubnummern herum kam – wenn man denn selbige besucht hat. Immer wieder ließen sich Größen wie David Byrne (Talking Heads), Dieter Meier (Yello) oder Kurt Wagner (Lambchop) für Gastauftritte gewinnen und in ihrem Heimatland erreichten die Briten sogar Platz 2 der Single-Charts.

Fünf Jahre nach „Makeshift Feelgood“ soll nun „The House Of X-Press 2“ erscheinen und im Grunde hat sich nicht viel verändert. Noch immer tief in den Sounds der späten 1980er bis hin zum Speed Garage der End-1990er verankert nimmt uns das Duo mit auf eine elektronische Zeitreise. Der einzig kontemporäre und zugleich hitverdächtige Track ist „Time“, dem niemand anderes als Crazewire-Redaktionsliebling James Yuill seine Stimme lieh. Ein weiteres Highlight stellt „Lost The Feeling“ feat. Tim Deluxe dar. Pumpender Bass, Echo und Hall – wenngleich mich dieses wirklich an schlimme Clubabenteuer Ende der 1990er erinnert und ich mir nicht sicher bin, ob das nicht schon wieder zu cheesy ist. Nett und mellow ist die folgende Nummer „In The Blood“. Zurückgenommene Instrumentierung, der Fokus liegt hier klar auf der hervorragenden Stimme der Alison Limerick. Dennoch: dies sollten die einzigen drei Tracks bleiben, die wirklich hervorstechen.

Zunächst gebührt Diesel und Rocky mein Respekt - ihrem Durchhaltevermögen, durch das sie sich kein schlechtes Standing innerhalb der elektronischen Szene erarbeitet haben. Auch die Produktion dieses Albums ist erstklassig, ebenso wie die Gäste, die hier und da ihre Stimme hergegeben haben. Nichtsdestotrotz stecken X-Press 2 irgendwo in den 1990ern fest und scheinen sich da auch nur stakkatoartig nach vorne bewegen zu wollen. Ich weiß nicht, ob man das heute wirklich noch braucht. Illud tempus recordor.


 

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