Interpret:
Wolfmother
Plattentitel:
Cosmic Egg
Label:
Universal
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
5.5 von 10
Autor:
Dominik Knauf
Köln, 09.11.2009
Ja, ein wenig größenwahnsinnig muss dieser Andrew Stockdale schon sein. Zunächst verlässt ihn seine komplette Band, woraufhin er trotzig bekannt gibt, unter dem alten Namen „Wolfmother“ weitermachen zu wollen. Neue Musiker sind auch flugs gefunden und kaum ein Jahr später steht mit „Cosmic Egg“ das neue Werk in den Läden. Der Fan kann aufatmen, aus Stockdale ist also kein Axl Rose geworden, der in jahrelanger Frickelei an einem Nachfolger des hochgelobten Debüts arbeitet, sondern der Worten Taten folgen lässt. So weit so gut.
Weniger gut ist dann die musikalische Umsetzung geworden. Bereits das Cover lässt Parallelelen zu Storm Thorgersons klassischen Arbeiten für Pink Floyd und Led Zeppelin zu, wobei vor allem letztgenannten auch ihre riesigen Fußspuren in der Musik Wolfmothers hinterlassen. Alles an „Cosmic Egg“ scheint eine Nummer zu groß geraten zu sein, ist der Sound so bombastisch, als müsste man in Nebelschwaden ganze Fußballstadien füllen. Das Ganze gepaart mit breitbeinigen Gitarrenriffs, die so schwer sind, dass der Gitarrist in Rücklage gehen muss.
Während „California Queen“ und „New Moon“ noch staubtrocken und humorlos über die Piste schießen, verlieren sich viele andere Songs in psychedelisch wabernden Soli und Spielereien, so dass selbst Produzent Alan Moulder (Depeche Mode, Nine Inch Nails) nicht mehr viel gerade ziehen kann. Es ist diese künstliche Größe, diese Siebziger-Jahre-Rockstar-Pose, die versucht, aus Mittelmaß Gold zu machen. Ab und an funktioniert dieses Konzept auch, wie im majestätischen „In The Morning“, in dessen knapp sechsminütigem Verlauf Stockdale seinen Helden von Led Zeppelin so nahe kommt wie zu keinem anderen Zeitpunkt auf dem Album. Hier stimmt das Timing, hier duellieren sich die Gitarren in irrwitzigen Gefechten, dazu singt Stockdale leidenschaftlich mit großer Geste. An vielen anderen Stellen überhebt sich Stockdale aber beim Versuch, gleichzeitig Page und Plant sein zu wollen.