DETAILS

Interpret:
We Have Band

Plattentitel:
Ternion

Label:
Naïve / Indigo

VÖ:
bereits erschienen

Punkte:
8.5 von 10

Weiterführende Links:

Autor:
Lisa Bertram
Köln, 01.02.2012

PLATTENKISTE

We Have Band - Ternion

We Have Band - Ternion

Düster schnarrende Gitarrenakkorde, lähmend schleppender Gesang und gespenstische Percussion. Der hypnotisierende Sound von „Shift“ kriecht zunächst seicht wie eine Schlange über den Boden. Der Start in „Ternion“, das zweite Album des Londoner Indietronic-Trios We Have Band, nimmt den Hörer gleich in seinen Bann. Schlagzeuglastig und mit verzerrten Gitarren beginnt „After All“. 

Glanzstück des Albums ist zweifelsohne „Where Are Your People?“. Der sanfte und zugleich eindringliche Sound erinnert an das letzte Werk von Little Dragon. Der Wechsel zwischen den dicht besungenen Strophen und dem gehauchten Refrain macht die Frage „Where Are Your People?“ noch einprägsamer. Unterstützt wird der hohe Gesang von kühlen Gitarren und geräuschvoller Percussion. Dieser Refrain setzt sich im Hirn fest und lässt es nicht so schnell in Ruhe. 

Ohne Pauken, dafür mit Trompeten setzt „Visionary“ ein. Hier dominiert die Gitarre über den Gesang, der sich fließend in das Klanggeflecht einwebt. Die Stimmen befinden sich im Zwielicht, zu stark um überhört zu werden und zu zart, um richtig verstanden zu werden. „What‘s Mine, What‘s Yours“ arbeitet mit verzerrten Synthies, die stark in den Refraingesang eingreifen und dem zarten Gesang so mehr Ausdruckskraft verleihen. Die Strophen dagegen werden durch klare spiralartige Synthesizer aufgebaut. 

Dreckig mutet „Steel In The Groove“ an. Anhaltend harte, krachzende Töne werden von kühlen Gitarren ergänzt. Minimalistisch abgehackter Gesang trifft auf viel Elektronik. Ein durchaus tanzbarer Disco-Track auf „Ternion“. „Tired Of Running“ ist eine eindringliche New-Wave-Nummer, der ein Hauch 80er Pop anhaftet. Das schnelle „Watertight“ zeigt die Gesangsharmonien der Band auf – es wird sich abgewechselt. Darren Bancrofts Stimme hat Soul, Dede Wegg-Prosser liefert das zerbrechliche Gegenstück. Ab der Mitte ertönt ein verstörendes Geräusch, als würde das Band hängenbleiben, doch zum Glück verläuft dieser brillante Track dann ungestört weiter. Es folgt das kräftige „Rivers Of Blood“ und zuletzt der Shoegaze-Track „Pressure On“, der leicht schief anmutend, das Album ausklingen lässt. 

Man erwacht aus einer Trance. Viel zu schnell sind die zehn fein ausgearbeiteten Stücke auch schon zu Ende und hinterlassen ein leichtes Schaudern auf der Haut. We Have Band wandeln mit „Ternion“ zwischen Melancholie und erhebenden Gefühlen und versprühen dabei ihren ganz eigenen Zauber. 

Video: „Where Are Your People?“


We Have Band - Where Are Your People? (Official... von naiverecords


 

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