Interpret:
Various Artists
Plattentitel:
Dark Was The Night - A Red Hot Compilation
Label:
4AD / Beggars Group / Indigo
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
8.5 von 10
Autor:
Dominik Knauf
Kropp, 02.03.2009
Dieser Sampler ist der feuchte Traum eines jeden Musikliebhabers. Feist und Death Cabs Ben Gibbard im Duett, The Books kollaborieren mit Jose Gonzalez, Dirty Projectors mit David Byrne. Darüber hinaus noch Songs von den Decemberists, Cat Power, Grizzly Bear, My Morning Jacket…man kommt aus dem Aufzählen nicht mehr heraus, wenn man erst einmal angfangen hat.
Doch natürlich stehen große Namen nicht gleichbedeutend für große Musik, muss ein Benefiz-Sampler wie „Dark Was The Night“, dessen Einnahmen zu 100% an die AIDS-Stiftung „Red Hot Organisation“ von Aaron und Bryce Dessner (The National) gehen, nicht unbedingt große Kunst enthalten. Zum Glück trifft dies in diesem Fall nicht zu, die 30 exklusiven Tracks auf diesem Doppelalbum überzeugen überwiegend durch gekonnte Neuinterpretationen alter Klassiker. So darf My Brightest Diamond den alten Nina Simone-Klassiker „Feeling Good“ in einem rauchigen James-Bond-Gewand zum Besten geben, während Dave Sitek „With A Girl Like You“ von The Troggs kurzerhand zum TV On The Radio-Standard ummünzt. Und Conor Oberst, ja, der covert sich mit „Lua“ einfach selbst.
„Dark Was The Night“ deckt ein breites musikalisches Spektrum ab. Vom ruhig-verspulten Gitarrenfolk Bon Ivers über Arcade Fires Glamanleihen in „Lenin“ bis zum düsteren Rap von Buck 65 Rmx (inklusive Muse-Sample) ist alles enthalten. Sufjan Stevens darf sich über zehn Minuten am herrlich eklektischen „You Are The Blood“ auslassen, im Anschluss spielen Spoon ein atemloses „Well Alright“.
Fassen wir also zusammen: 30 exklusive, zumeist großartige, Tracks von den angesagtesten Künstlern der letzten Jahre, auf einer Doppel-CD, deren Einnahmen ausschließlich einem guten Zweck zugeführt werden. Keine Haken, keine falschen Versprechungen. Nur zwei Stunden Musik. Und das Thema AIDS, das zwar über dem Sampler hängt wie ein Gespenst, das man der Musik aber nicht anhört. Aus welchem Motiv man sich also diesen Sampler kauft, spielt keine Rolle, denn es wird immer das richtige sein.