Interpret:
Various Artists
Plattentitel:
Beat Fräuleins
Label:
Grosse Freiheit / Bureau B / Indigo
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
Keine Wertung
Autor:
Bastian Küllenberg
Wuppertal / Düsseldorf, 01.02.2012
Die Re-Issue-Spezialisten von Bureau B gönnen sich mit ihrem Sublabel Grosse Freiheit genau das, was der Name andeutet. Die Hamburger durchstöbern Flohmärkte und Plattenschränke nach vergessenen Schätzen, um sie der staunenden Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Auf die beiden hübschen „Funky Fräuleins"-Episoden folgen nun die „Beat Fräuleins". Die Zeitspanne reicht von 1964 bis 1968 und konzentriert sich damit auf eine Zeit, da der Schlager so erfolgreich mit internationalen Vorbildern und zeitgemäßen Strömungen tanzte, wie niemals wieder.
Ob eingedeutschte Coverversion oder Eigenkomposition: charmantes Liedgut, wohin man blickt. Von der Motown-Hommage „Das Glück Dieser Welt", bei der eine sehr junge Joy Fleming und ihre Backingband The Hit Kids sich ordentlich ins Zeug legen, bis zu Caterina Valentes Selbstbestimmungs-Groove „Kismet", in dem man wunderbare Zeilen wie „Was wissen die Männer von den Frauen/ wollen wir sie fragen?/ach lassen wir das" findet. Inga Rumpfs feine Interpretation von „The Beat Goes On" kennt man zwar bereits von der In-Kraut-Reihe, doch sie bleibt ein feiner Beleg dafür, wie verrucht und smooth deutschsprachige Popmusik einmal klang. Schmunzelpotential herrscht dagegen, wenn die Jacob Sisters aus „Stop! In The Name Of Love" das herzergreifende „Was Hab' Ich Dir Getan" machen. Ein Höhepunkt ist sicher das reduzierte Exotica-Stück „Da Beisst Kein Goldfisch An" der jungen ostdeutschen Sängerin Brigitt.
Man findet noch zahlreiche weitere Lieder, die Liebhabern der Sechziger die Freudentränen in die Augen treiben. All jene finden in der Vinyl-Ausgabe von „Beat Fräuleins" eine Schallplatte zum blind kaufen.
Video: Brigitt – „Da Beisst Kein Goldfisch An"