DETAILS

Interpret:
Various Artists

Plattentitel:
Afro Beat Airways

Label:
Analoghaus / R.D.S. / Cargo Records

VÖ:
bereits erschienen

Punkte:
Keine Wertung

Weiterführende Links:

Autor:
Bastian Küllenberg
Wuppertal / Düsseldorf, 23.08.2010

PLATTENKISTE

Various Artists - Afro Beat Airways

Various Artists - Afro Beat Airways

„Hello Africa, tell me how you're doing", sang vor Jahren ein schwedischer Zahnarzt. Doch nicht nur Dr. Alban liegt der Kontinent am Herzen, auch die Fifa lenkte den Fokus von Wirtschaftsinteressen und Medien in diesem Jahr auf eine Region, die in Westeuropa und Nordamerika lange Zeit nur als Rohstofflieferant gesehen wurde. Die Musik des Kontinents wurde jedoch im Rahmen des Fußball-Kulturmarketings vergessen und stattdessen wurde mit The Parlotones eine Band zur zentralen Figur, die so auch in England, Australien oder Meppen verortet sein könnte.

Der schmählich vergessene Afro Beat feierte unterdessen im Indie Rock und Pop eine kleine Renessaince, zumindest wenn man der einschlägigen Fachpresse glaubt. Bands wie Vampire Weekend, The Temper Trap oder Animal Collective wurde, mal mehr mal weniger stichhaltig, eben jenes Genre als Referenz unterstellt. Eindeutiger scheint die Zuordnung zur Ahnenkette des Afro Beat da bei The Very Best, die sich nah an Originalen bewegen, wie sie nun die Compilation „Afro Beat Airways" versammelt.

Mit über 77 Minuten ist die CD randvoll und verteilt ihre Spielzeit auf 15 Stücke unterschiedlicher Güteklasse aus Togo und Ghana der Jahre 1972 bis '79. Während „Dankasa" von Uppers International ordentlich rollt und in die Beine geht, wirken K. Frimpong & His Cubano Fiestas mit dem plätschernden „Me Yee Owu Den" doch etwas zu sonnig. Die Stilpalette reicht von Funk über Soul bis Jazz. Ein besonders schöner, entspannter und abwechslungsreicher Beitrag ist etwa „Break Through" von Marijata.

Im Prozeß der Entstehung dieser Compilation wurden keine Mühen gescheut, um ein Genre vorzustellen, das diese Aufmerksamkeit schon lange verdient hat. Rhythmen und Instrumente variieren vom westlichen Popformat, Herzblut ist oft aus jeder Note zu hören. Mit „Afro Beat Airways" erhält man einen guten ersten Eindruck.


 

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