DETAILS

Interpret:
These New Puritans

Plattentitel:
Beat Pyramid

Label:
Domino / Indigo

VÖ:
bereits erschienen

Punkte:
9.0 von 10

Weiterführende Links:

Autor:
Dominik Knauf
Kropp, 04.03.2008

PLATTENKISTE

These New Puritans - Beat Pyramid

These New Puritans - Beat Pyramid

...beste Album des Jahres. Was es mit diesem merkwürdigen Halbsatzeinstieg auf sich hat? Dazu später noch mehr. Doch wollen wir es der Band aus dem englischen Southend um die Zwillinge Jack und George Barnett gleichtun und das große Ganze nicht aus dem Auge verlieren. Denn These New Puritans verfolgen eindeutig größere Ziele, als nur ein grandioses Debütalbum vorzulegen.

Dafür haben sie bereits in der Tracklist genug Hinweise und Symbole versteckt, um einen Verschwörungstheoretiker die nächsten 12 Monate zu beschäftigen. Den Schlüssel liefern sie uns in „Numerology (aka Numbers)“ freundlicherweise gleich mit: „Number four is the number that will run to this music.“ Und so findet sich die Vier auch an allen möglichen Stellen auf dem Album. Dazu gibt es einen namensgespiegelten Titel genau in der Mitte und das abschließende „I Will Say This Twi...“ geht nahtlos in die Anfangssequenz „...Ce I Will Say This Twice“ über. Das Ende als Anfang, ein nicht endenwollender Kreislauf.

Bei so viel Effekthascherei bereits im Vorfeld könnte man davon ausgehen, dass die Musik nur billige Nebensache ist. Doch weit gefehlt. Bereits „Numerology (aka Numbers)“ wird durch eine mächtige Bassdrum und einen technoiden Beat eröffnet, während die Gitarre nervös im Stakkato stottert. Dazu betätigt sich Jack Barnett als Hexenmeister und fordert uns auf: „What´s your favourite number? What does it mean?“ Das Mantra als Stilmittel, Barnett spielt mit Satzfesten und wiederholt diese solange, bis sie zu passenden Slogans werden, die sich im Hirn festbrennen. Meistens benötigt die Band dazu nicht einmal zwei Minuten. Trotzdem wirken gerade die kurzen Stücke um „MKK3“ oder „C. 16th ±“ wie abendfüllende Konzerte anderer Bands. Hier wird wie bei einem Powerriegel bis zur Schmerzgrenze komprimiert, bis nichts mehr übrig bleibt außer purer Energie. Druckvoller als auf „Infinity Ytinifni“ wird in diesem Jahr keine andere Band mehr agieren.

Nenn es ruhig Post-Punk, nenn Gang Of Four und Wire (deren Gareth Jones das Album produzierte) als bestimmende Einflüsse. Doch dadurch wird man dieser Musik bei Weitem nicht gerecht. Zu sehr ufert der Fundus, aus dem sich These New Puritans bedienen, aus. Da werden frühe Raveeinflüsse, HipHop-Grooves, genauso wie Kate Bush (die Pizzicato-Streicher in „En Papier“) zu einem eigenen Amalgam verarbeitet, das weder müffelt noch sich anbiedert und aus dem sich Hits wie das elektrisch zuckende „Elvis“ schälen. Das Debütalbum der Puritans wird auch in Jahren noch als das Referenzwerk gelten, wenn man wissen will, wie fortschrittlich englische Gitarrenmusik 2008 klingen konnte. Folgerichtig ist „Beat Pyramid“ bislang konkurrenzlos das...


 

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