DETAILS

Interpret:
The Ting Tings

Plattentitel:
Sounds From Nowheresville

Label:
Sony

VÖ:
bereits erschienen

Punkte:
7.0 von 10

Weiterführende Links:

Autor:
Dominik Knauf
Köln, 29.02.2012

PLATTENKISTE

The Ting Tings - Sounds From Nowheresville

The Ting Tings - Sounds From Nowheresville

Als Ende 2010 mit „Hands“ die Vorabsingle zum neuen Album der Ting Tings erschien, sorgte diese zunächst für Ratlosigkeit: Ein Achtziger-Discobeat, der den Hörer ironiefrei in Moroder-geschwängerte Kim Wilde-Gefilde führte und so partout nicht passen wollte. Ein guter Song, aber doch irgendwie untypisch für eine Band, die mit ihrem direkten Sound und der Übersingle „That‘s Not My Name“ 2008 aus dem Stand Kritiker und Publikum begeisterte.

Wie man nun aus dem Pressetext erfahren kann, war diese Zeit, Ende 2010, eine schwierige für das Duo. Mit einem riesigen Rucksack voller Erwartungen und Druck, den Erfolg des Debüts „We Started Nothing“ wiederholen zu müssen, quartierten sich die Ting Tings in Berlin ein, um Inspiration zu tanken. Was von dieser Zeit übrig blieb war ein Album voller unfertiger Euro-Pop-Songs, die von den Beiden nach kurzer Beratung eingemottet wurden. Man zog weiter nach Spanien, hörte sich „Paul‘s Boutique“ von den Beastie Boys an und fand zu alter Gelassenheit zurück.

Nachhören kann man diese wiedergefundene Stärke nun auf „Sounds From Nowheresville“, das auf den Grundtugenden der Ting Tings fußt: Knackigem Rhythmus und Katie Whites rotzigem Sprechgesang. Als Paradebeispiel hierfür fungiert „Hang It Up“, das mit dem rauen, krachigen HipHop-Beat durchaus Rick Rubin, Beastie Boys und besagte „Paul‘s Boutique“ als Inspirationsquellen anführen darf. „Hit Me Down Sonny“ haut mit Weihnachtsglocken und R&B-Einfärbung in dieselbe Kerbe.

Dass diese Rückbesinnung aber nicht mit Stillstand gleichzusetzen ist und die Ting Tings aus ihrer Berliner Zeit durchaus einiges mitgenommen haben, beweist ein Song wie „One By One“, der mit farbenfrohen Synthies noch am ehesten an das „Hands“-Experiment erinnert. „Guggenheim“ überrascht mit seinem Kleinmädchen-Motown-Sprechgesang in der Strophe, „Soul Killing“ mit seinem karibischen Flair und Quietsche-Bett-Sample. „Sounds From Nowheresville“ kann jungen Bands durchaus als positives Beispiel dienen, dass ein Schritt zurück manchmal kein Rückschritt sein muss.

Video: „Hang It Up"


The Ting Tings: Hang It Up (OFFICIAL VIDEO) [HD... von wonderful-life1989


Prunkstücke

 
 
 

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