Interpret:
The Thermals
Plattentitel:
Personal Life
Label:
Kill Rock Stars / Cargo
VÖ:
10.09.2010
Punkte:
7.0 von 10
Autor:
Christopher Szwabczynski
Steinfeld, 06.09.2010
Die Liebe ist ein leidiges Thema. Und dennoch machen wir seit Menschengedenken nichts anderes, als sie zu praktizieren und darüber zu debattieren. The Thermals verstehen es, allgegenwärtige Themen wie Liebe, Tod, Religion und Politik souverän auf den Punkt zu bringen. Das wissen wir nach vier Alben. „Personal Life“ folgt musikalisch der gewohnten knappen Linie von „Now We Can See" oder „The Body, The Blood, The Machine“ und befasst sich in aller Ausführlichkeit mit der emotionalen Thematik.
Bereits seit acht Jahren versorgen uns die drei aus Portland, Oregon stammenden Musiker mit simplen Songstrukturen und nötiger Sozialkritik. Prinzipiell ist alles gleich geblieben beim neuen Album: wieder Mal Death Cab For Cutie's Chris Walla der die knappen zehn Songs produzierte und aus Lo-Fi immer noch No-Fi macht.
Schaut man sich allein den Anfang der Trackliste von „Personal Life“ an, wird klar was die Platte von einem will: der Opener „I'm Gonna Change Your Life“, „I Don't Believe You“ und „Never Listen To Me“ sind Sätze, wie sie wohl in jeder Beziehungen fallen. Das Album kann somit konzeptionell gesehen werden und stürmt gleich mit bitteren Wahrheiten und zwischenmenschlichen Verhaltensweisen durch die Tür. Im hitverdächtigen „I Don't Believe You“ bröckelt es zwar in der erzählten Geschichte, doch dafür verfällt man schnell wieder dem Garagen-Charme der Band, die man seit Jahren sowieso schon ins Herz geschlossen hat. Trauer wird mit melancholischen Gitarren-Riffs und ausladenden Drums übersetzt, Wut in bretternde Pop-Punk-Songs und die Euphorie der Liebe kommt mit zackigen Melodien und eingängigen Achteln daher. „Your Love Is So Strong“ wird mit seinen Oh-Oh's zum nächsten Hit und animiert zum Pogo und lässt den Hörer in infantile Tage zurückfallen.
„Personal Life“ wird mit seiner direkten und klaren Art zum Soundtrack all jener, die lieben, trauern oder temporär hassen. Und für bewegende Songs wie „Alone, A Fool“ oder „You Changed My Life“ werden wir die Band um Hutch Harris immer lieben.
Video: „No Culture Icons"