The Ruby Suns - Sea Lion

Kiwi Pop give me happiness! Gute 13 Monate ist es her, da erschien hierzulande das selbst betitelte Debüt der Ruby Suns und brachte die ersten Sonnenstrahlen in 2007. Nun ist die Jahreszeit eine ähnliche, wärmende Bestrahlung mindestens ebenso nötig und die Neuseeländer legen mit „Sea Lion“ ihr neues Album nach.
Doch wo auf dem Vorgänger aus der Rückbesinnung aufs Meisterwerk „Pet Sounds“ sommerlich verhuschte Liedchen mit wohligem Grinsen entstanden, ist dieses Mal einfach zu viel Harmonie vorhanden. Zwar machen The Ruby Suns weiterhin von den Aufnahmen bis zum Artwork alles selbst, doch irgendwie bekommt man den Eindruck, als gefalle man sich zu sehr auf blumigen Wiesen. Detailverliebt ist auch „Sea Lion“, allerdings ohne dass die schicken Arrangements wirklich hängen bleiben. Vieles verschwimmt im Hintergrund zu einem gefälligen, plätschernden Bächlein kristallklaren Wassers.
Natürlich ist das alles immer noch besser als die 100ste Auflage wuschelhaariger Surfbrett-Barden, doch am Ende bleibt die fade Erkenntnis, dass sich hier eine Band unter ihrem Wert verkauft, die guten Ansätze des Debüts leider in die falsche Richtung verfolgt. Wer Künstler wie The Pearlfishers oder die Pernice Brothers kennt und schätzt, mag hier jedoch gerne mehr als ein Ohr riskieren und sollte sich darüber hinaus auf jeden Fall das tolle Debüt von Brent Cash besorgen.