Interpret:
The Postmarks
Plattentitel:
Memoirs At The End Of The World
Label:
Unfiltered Records / ADA Global / Warner
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
6.5 von 10
Autor:
Bastian Küllenberg
Wuppertal / Düsseldorf, 15.02.2010
Bei dieser Band geht es ums Gesamtkonzept. Die Zeitreise in die cinematographischen 60er fängt hier beim schwarzweißen Ringelpulli an und hört bei einem Sound zwischen Burt Bacharach, Lee Hazelwood und Phil Spector noch lange nicht auf. Selbst das Albumcover wurde mittels Bildbearbeitung auf abgenutze Plattenhülle getrimmt.
Im Ergebnis landen The Postmarks aus Florida mit ihrer Retro-Revue ungefähr im Grenzbereich zwischen Tweepop und Sixties-Soundtracks. Dank einer zeitgemäßen Pop-Note, die letztlich verrät, dass es sich bei dieser Band eben doch um eine aktuelle handelt, liegen Vergleiche mit den Cardigans oder The Concretes nahe. Besonders die aus Tel Aviv stammende Sängerin Tim Yehezkely trägt mit ihrer warmen, dunklen Stimme viel zur stimmigen Atmosphäre der Musik bei.
Es ist nicht weiter von Interesse, dass „Memoirs At The End Of The World" bereits das zweite Album der Postmarks und bereits 2009 in den USA erschienen ist, darf die Band hierzulande doch als unbeschriebenes Blatt gelten. Unvoreingenommen kann man sich so an „No One Said This Would Be Easy" oder „For Better... Or Worse?" erfreuen, die gute Titelsongs zu James-Bond-Filmen der Sean-Connery-Ära abgegeben hätten. Auch das schwelgerische, dezent beatle'ske „All You Ever Wanted" oder das fast niedliche „My Lucky Charm" gefallen schnell.
Indie-Pop-Genreliebhaber werden sich mit diesem Album sehr wohl fühlen. Ob morgens am Frühstückstisch oder zum nächtlichen Rotwein, The Postmarks haben Melodien im Angebot, die rasch ins Ohr gehen und charmant sowie ein wenig verrucht eine wohlige Stimmung verbreiten.