DETAILS

Interpret:
The National

Plattentitel:
High Violet

Label:
4AD / Beggars Group / Indigo

VÖ:
bereits erschienen

Punkte:
8.5 von 10

Weiterführende Links:

Autor:
Kai Töpel
Dresden, 10.05.2010

PLATTENKISTE

The National - High Violet

The National - High Violet

The National sind wohl neben Arcade Fire eine der letzten Indie-Bands, auf die sich im Moment wohl noch jeder einigen kann. Die Band rund um die Dessner- und Devendorf-Brüder und Sänger Matt Berninger veröffentlicht nun mit High Violet ihr fünftes Studio Album und bleibt ihrem Stil weiterhin treu, ohne zu schnell einem bestimmten Trend zu folgen oder zu sehr in das Rampenlicht zu rücken. Kein Wunder, der Weg zu ihrer jetzigen Bekanntheit war hart umkämpft, mit fünf Alben in neun Jahren. Dabei haben sie nie ihr Publikum aus den Augen verloren, spielen oft auch noch kleine Konzerte und versüßen uns nun mit „High Violet“ wieder traurige Spaziergänge durch regnerische Sommernächte.

Geändert hat sich dabei nicht wirklich viel. Weiterhin hat die Bariton-Stimme Berningers einen starken Wiedererkennungswert und eine starke melancholische Note. Mit dieser Stimme trägt er wieder fast schmerzhaft persönliche Texte vor. Musikalisch ist „High Violet“ so etwas wie die logische Weiterentwicklung eines typischen The-National-Sounds, der weiter mit Chor und größerem Einsatz von Streichern gerade zu auf die großen Bühnen drängt. Für „High Violet“ suchten sich die fünf Wahl-New Yorker auch namhafte Unterstützung. Im Song „Afraid Of Everyone“ unterstützt Sufjan Stevens nicht nur wieder musikalisch, wie bereits bei den Songs „Racing Like A Pro“ und „Ada“ auf The Boxer, sondern auch mit einem unglaublich athmosphärischen „Oooh“ im Chor.

Insgesamt kann man von „High Violet“ nicht sagen, dass sich viel im The National-Kosmos geändert hätte. Das Schlagzeug ist teilweise etwas verspielter geworden, der Sound etwas pompöser, die Arrangements noch feiner im Zusammenspiel mit einem Chor. Bei vielen Bands kann man von Stagnation oder Langeweile sprechen, bei The National muss man wohl von der Nähe zur Perfektion reden.

Wer sich jemals in ein The National-Album verliebt hat, weiß, dass es meist noch ein paar Monate und Durchläufe dauern kann, bis man sich vollends verliebt. Eigentlich ein Grund, die Platte noch einmal in zwölf Monaten zu beurteilen. Solang wird sie mich mindestens wieder begleiten, so viel ist sicher.

Video: „Bloodbuzz Ohio"

The National - "Bloodbuzz Ohio" (official video) from The National on Vimeo.


 

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