Interpret:
The Morning Benders
Plattentitel:
Big Echo
Label:
Rough Trade / Beggars / Indigo
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
7.0 von 10
Autor:
Dominik Knauf
Köln, 05.07.2010
Die Gleichung, die auf der Rückseite des CD-Booklets des neuen Morning Benders-Albums aufgestellt wird, klingt nachvollziehbar: „Shouting into a valley / Big shout: Big echo / Small shout: small echo“. Nun haben die Morning Benders ihr neues Album eben „Big Echo“ genannt, weshalb man logischerweise davon ausgehen könnte, dass die Band aus Berkeley, Kalifornien, besonders laut geschrien haben muss, als sie dieses Album aufnahm.
Auch wenn man auf „Big Echo“ zum Teil große Melodien findet, die sich nicht zu schade sind, in einem Meer aus übersteuerten Gitarrenwänden zu versinken („All Day Daylight“), so sind es doch vor allem die ruhigen, in sich gekehrten Momente, die einen aufhorchen lassen. Wenn Sänger Christopher Chu und seine Mitstreiter im folkig swingenden „Wet Cement“ mit euphorischen Chor-Harmonien um die Ecke schauen, dann ist man nicht mehr so weit entfernt von den Großtaten der Shins.
Es ist diese Leichtigkeit, mit der The Morning Benders Songs wie „Cold War (Nice Clean Fight)“ mit einem unschuldigen Fifties-Flair ausstatten. Auf der anderen Seite begeben sie sich mit „Pleasure Sighs“ oder dem verschnörkelten „Mason Jar“ in die musikalische Nähe der Fleet Foxes oder Grizzly Bear (deren Bassist Chris Taylor produzierte übrigens „Big Echo“). Und doch wirkt diese Mischung aus Pop, Folk und Nostalgia niemals beliebig. Wenn schon die Morning Benders selbst nicht übermäßig laut schreien, so werden es doch mit Sicherheit die Fans und Kritiker in den nächsten Wochen und Monaten tun, um somit der Gleichung aus dem Booklet gerecht zu werden.
Video: „Excuses" (Yours Truly Session Feat. The Echo Chamber Orchestra)
Yours Truly Presents: The Morning Benders "Excuses" from Yours Truly on Vimeo.