Interpret:
The Megaphonic Thrift
Plattentitel:
Decay Decoy
Label:
Hype City
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
6.5 von 10
Autor:
Bastian Küllenberg
Wuppertal / Düsseldorf, 09.08.2010
Der Einfluss, den Motorpsycho auf die Musiklandschaft ihrer Heimat hinterlassen haben, lässt sich kaum überschätzen. Schon seit einigen Jahren erscheinen Alben von jungen Bands wie Serena-Maneesh oder 120days, denen man anmerkt, dass Motorpsycho in Norwegen Legendenstatus besitzen und von Radiosendern gerne mal mit Wochenenden füllenden Spezialsendungen geehrt werden.
The Megaphonic Thrift sind eine weitere Band, die sicher anders klingen würde, käme sie aus jedem anderen Land. Nach einer EP, die als Geheimtipp kursierte, ist mittlerweile das Vollzeit-Debüt erschienen und darf geheime Hoffnungen auf mehr Anerkennung nähren. „Decay Decoy“ erhält man europaweit als Download oder physisch auf dem D.I.Y. – Importweg und die Mühe der Beschaffung lohnt sich. Hier schimmern neben eingangs erwähnten Ideengebern einige weitere Bands und Stile der alten Schule durch. Yo La Tengo oder Sonic Youth mag man im Klang der Norweger ebenso verorten, wie Shoegazing und Psychedelic Rock. Das gefällt nicht nur Nostalgikern, sondern dürfte genau richtig liegen, in Zeiten, da Pains Of Being Pure at Heart oder Wavves die Ohren für verwaschene und verstörte, aber doch einnehmend sanfte Melodien geöffnet haben.
The Megaphonic Thrift beherrschen das Spiel mit Lautstärke und absoluter Stille, zugespitzter Energie und träumerischer Weite so gut, dass sie von Eurosonic bis South By Southwest jede große Newcomerbühne bespielt haben und dieses Jahr auch aufs Berlin Festival eingeladen wurden. Es bleibt zu hoffen, dass bald endlich ein Vertrieb für Deutschland gefunden wird.
Video: „Acid Blues"