Interpret:
The Glam
Plattentitel:
All The Universe (EP)
Label:
PIAS / Rough Trade
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
5.5 von 10
Autor:
Matthias Dersch
Essen, 24.11.2008
The Glam? Der Name weckt fiese Assoziationen…Unweigerlich denkt man an viel zu viel Schminke, Latex und Gary Glitter. Nicht unbedingt das, wonach man sich sehnt. Doch auch David Bowie und seine exaltierte Kunstfigur Ziggy Stardust müssen diesem eigenwilligen Kosmos zugerechnet werden, was das Ganze wieder zumindest etwas relativiert.
Man darf die Vorurteile über Glam allerdings sowieso in der Tasche lassen. Denn The Glam, eine junge Hamburger Band um Frontmann und Sänger Frederic, hat weder mit Gary Glitter noch mit Ziggy Stardust sonderlich viel am Hut – wenn man von den teils kunstvoll auftoupierten Frisuren des Trios einmal absieht. Ihr Sound, den man in den vier Songs der EP „All The Universe“ präsentiert bekommt, erinnert eher an aktuellere Vertreter á la Snow Patrol oder Keane, ohne dabei gänzlich auf der deren Schmuse-Pop-Welle zu surfen.
„Join The Spectres“ etwa vereint zackige Gitarrenklänge mit treibenden Drums und ist damit fast tanzbar. „The Island“ dagegen dreht sich im Ohr wie eine Spirale und führt unweigerlich dazu, dass man The Edge von U2 vor dem inneren Auge sieht.
Ob Frederics Spruch „All The Universe Can Never Be Enough“ aus „All The Universe“, wie im Promo-Text beschrieben, zu einer „self-fulfilling prophecy“ wird, darf nach den vier dem für 2009 angekündigten Debüt vorgeschobenen Songs zwar durchaus bezweifelt werden. Doch wer noch vor der ersten veröffentlichten Platte bereits einen lukrativen Deal mit BMW an Land gezogen hat, kann zumindest aus finanzieller Sicht so viel nicht falsch gemacht haben.