DETAILS

Interpret:
The Drums

Plattentitel:
Summertime! (EP)

Label:
Moshi Moshi / Cooperative Music / Universal

VÖ:
bereits erschienen

Punkte:
8.0 von 10

Weiterführende Links:

Autor:
Michael Weber
Köln, 01.03.2010

PLATTENKISTE

The Drums - Summertime! (EP)

The Drums - Summertime! (EP)

Die hier mit einem Ausrufezeichen versehene „Summertime!“ haben wir noch lange nicht. Aber diese frischen Klänge, die diese sieben Tracks umfassende EP mit sich bringt, offenbart sich als erster Vorbote wärmerer Tage und Nächte. Wochen und Monate, in denen man von Sonnenstrahlen euphorisiert und von blumigen Düften umgarnt liebestrunken durch den Sommer taumeln wird. Jonathan Pierce (Gesang) und Jacob Graham (Gitarre), die sich in einem Sommerlager kennen gelernt haben, seitdem beste Freunde sind und schon gemeinsam in der Band Ekland spielten, haben sich dem Anschein nach die Unbekümmertheit jener Tage bewahrt und in ihr neue Band The Drums übertragen. Und damit hier wirklich alles auf die „Summertime!“ getrimmt ist, wurde die mittlerweile vierköpfige, in Brooklyn lebende Band in Florida gegründet. Leute, packt die Badehose ein! „Let's Go Surfing“.

Dabei ist der Titel „Let's Go Surfing“ auch gar nicht mal so weit hergeholt, denn sobald die ersten Klänge ertönen, wird man unweigerlich an Surf-Pop-Rock der 50er- und 60er-Jahre denken. Die Beach Boys waren gestern, The Drums sind heute. Beflügelt, ja beschwingt wird hier in der Eröffnungsnummer zu den anschubsenden Rhythmen gepfiffen und „Wake up / It's a beautiful morning / … / Honey take a run down to the beach / Oh woman, I wanna go surfing / Oh woman, I don't care about nothing“ angeregt gesungen wird. So verwundert es, dass Jacob Pierce im folgenden Stück, „Make You Mine“ ebenfalls zu lockeren Pfiffen, klaren Gitarren und markanten Claps so trübsinnig vor sich her singt. Doch mit dem Refrain wird klar, warum auch der schönste Sommer seine Schattenseiten hat. „And I don't know what to do when I see you holding somone elses hand“.

So wird auf „Summertime!“ verknüpft, was die wohl beliebteste Jahreszeit ausmacht: Hochs und Tiefs, abwechslungsreiche Gefühlszustände und unberechenbare Wetterkapriolen. The Drums schwimmen, nein, sie suhlen sich in jugendlicher Melancholie, die durch eine aufreißende Bewölkung unterbrochen wird. Das Tanzen verlernen sie die gesamte EP über aber nie. Das zeigt dann noch einmal das sehr flotte „Saddest Summer“ ganz besonders. Hier werden wieder die New-Wave-Indie-Pop-Surfbretter ausgepackt. Einer der wohl stärksten Songs auf „Summertime!“ ist das auf Synthesizer wie Popcorn ploppende „Don't Be A Jerk, Johnny“. Jene gemeinsam im Duett mit weiblicher Unterstützung besungenen Jenny und Johnny sollen sich eben nicht so anstellen, mit ihrer Liebe hinter dem Berg zu halten.

Schon der nächste Song, „Submarine“ wird eben zeigen, dass Pierce sich wohl doch geirrt hat, eine mögliche Beziehung im Keim zu ersticken. Angeheizt durch seine Bandkollegen singt er hier „But that was yesterday and not today / I did not want to let you go“. Ja, es wird viel bereut und viel gewagt auf „Summertime!“. Der Dreh und Angelpunkt der luftigen Rhythmen und Melodien, ist die entschlossene Unentschlossenheit junger Herzen, die alles wagen, viel gewinnen und doch so viel verlieren können. „If you fall a sleep down by the water / Baby, I'll carry you all the way home“ („Down By The Water“), ist es, was Pierce und seine Mannen in Wirklichkeit machen wollen. Doch dies zu sagen, bedarf der eigenen Überwindung. Und schließt die „Summertime“ mit der schmissigsten und wohl besten Nummer ab, die die EP zu bieten hat. In „I Felt Stupid“ mannifestiert sich auf dezent klirrenden Synthesizern und Reverb-klaren Gitarren die Einsicht, dass die Zeiten der eigenen Unsicherheit hoffentlich übewunden sind. „I don't know if it's right or wrong / But come stay with me / I wanna hear the beat of your heart / If it's good or bad / Come be with me and I give you the key of my heart“. Der Sommer, die Selbstsicherheit, die Liebe und die LP von The Drums können also kommen. Hang in there my friends.

Video: „I Felt Stupid“

The Drums from The Big Funky Disco on Vimeo.


 

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