DETAILS

Interpret:
The Aliens

Plattentitel:
Luna

Label:
Pet Rock Records / ADA Global / Rough Trade

VÖ:
bereits erschienen

Punkte:
8.5 von 10

Weiterführende Links:

Autor:
Bastian Küllenberg
Wuppertal / Düsseldorf, 10.11.2008

PLATTENKISTE

The Aliens - Luna

The Aliens - Luna

John Maclean und Robin Jones haben mit der Beta Band ihren ganz eigenen Stil geprägt. Die schottische Kapelle darf mit Fug und Recht als eines der wichtigeren Kapitel in Sachen Indie Pop der letzten Dekade gelten und wird noch immer schmerzlich vermisst. Vor drei Jahren fanden sich die beiden eingangs erwähnten jedoch mit Gordon Anderson zusammen, der ebenfalls Gründungsmitglied der Beta Band war, diese jedoch bereits nach der ersten EP verließ und fortan unter Lone Pigeon veröffentlichte. Als The Aliens knüpft das Trio seitdem bei vergangenen Glanzlichtern an und spinnt Gedankenfäden weiter. Mit dem gewaltigen „Luna“ erscheint nun Album Nummer zwei beim eigenen Label Pet Rock Records und spielt in einer bunt bemalten Spät-60er-Kulisse.

Der Ideenreichtum scheint keine Grenzen zu kennen und so eröffnen die Schotten mit dem epischen „Bobby's Song“. Andere Bands bringen derartiges nicht mal in Albumlänge zustande,  was The Aliens hier in zehn Minuten packen. Weitläufige Gitarrenlinien schweben, dazu erklingen Mundharmonika oder Jahrmarktorgeln, variieren so das Thema ständig und halten das Lied im Fluss. Schon nach diesem Opener kann man nicht anders, als umgehend hin und weg zu sein. Folgen dann nach der sakral anmutenden Überleitung von „Amen“ das wundervolle „Theremin“ oder das tänzelnde Piano von „Everyone“, so wähnt man sich gänzlich in anderen Sphären, bis schließlich die wuchtige Single „Magic Man“ jeden letzten Zweifel beseitigt, dass The Aliens nicht umsonst einen außerirdischen Bandnamen gewählt haben. In der Wiederholung liegt in diesem Fall die Kraft, wirkt das Lied schon nach wenigen Minuten beinahe hypnotisch und leitet die zweite, nicht weniger spektakuläre Hälfte der Platte ein. Dort wartet neben dem wabernden Zwischenspiel des Titeltracks etwa mit „Sunlamp Show“ eine Hymne in beschwingter Kinks-Manier.

„Sgt. Pepper“ und „Pet Sounds“ sind die geistigen Vorväter dieses Spektakels. „Luna“ versteht sich als Gesamtwerk und es ist eine Kunst, dass einzelne Titel dabei trotz aller Verhaftung im Gesamtkosmos, auch für sich alleine nichts von der Wirkung einbüßen. Verspielt im besten Sinne, lässt „Luna“ viel Raum für Entdeckungen und empfiehlt sich besonders Freunden von schillerndem Indie Pop der Sorte Apples In Stereo oder The Earlies. 

 

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