Interpret:
Terry Hoax
Plattentitel:
Serious
Label:
Peppermint Park
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
5.5 von 10
Autor:
Lasse Paulus
Düsseldorf, 01.02.2012
Terry Hoax gehörte mal zu der Speerspitze deutscher Indie-Rock-Musik. Mit ihrer Coverversion des Depeche Mode-Klassikers „Policy Of Truth“ erreichten sie über MTV Europe ein großes Publikum und schafften mit ihrem 1994er-Album „Splinterproof“ den Sprung in vordere Chartregionen. Was folgte, war ein ziemlich mittelmäßiges Album („Den Kindern geht es gut und sie lassen grüßen“) und die Auflösung der Band aufgrund musikalischer Differenzen.
Völlig überraschend meldeten sich Terry Hoax dann 2008 mit der Ankündigung zurück, Fury In The Slaughterhouse, die zweite große Band aus Hannover, auf ihrem Abschiedskonzert zu supporten. Es folgte ein ordentliches, aber weitestgehend unbeachtetes Album („Band Of The Day“) und eine (zumindest in Köln) bei weitem nicht ausverkaufte Tournee durch kleine Clubs. Auch wenn die Band nicht an ihre Erfolge früherer Tage anknüpfen konnte, so überzeugte sie doch durch Spielfreude und neue Motivation.
Nun erscheint mit „Serious“ das achte reguläre Terry Hoax-Album, auf dem sich die Mannen um Sänger Perau endgültig von den klassischen Rockgitarren verabschieden. Dafür gibt es Trompeten und Streicher. Der Opener „What Are You Here For“ und das darauf folgende „Sense Of Pleasure“ gefallen trotz ihrer poppigen Ausrichtung sehr gut. Der erste Bruch folgt dann in der Mitte des Albums. „Istanbul“ ist Weltmusik, mit türkischer Gastsängerin. Mich erinnerte es zuerst an „African Child“ aus dem Film „Get Him To The Greek“, dann an Peter Maffays „Begegnungen“. Der Track entpuppt sich aber am Ende als der Ohrwurm des Albums. Trotzdem ist es schwierig, den Sinn des Songs im Kontext des Albums zu verstehen.
Die weiteren Songs sind Pop/Rock-Standards, getragen von einer der besten Stimmen, die der U-Musik-Sektor in Deutschland zu bieten hat. „I Wouldn´t Mind It“ überrascht mit einer weiteren Gastsängerin, die jedoch auch nicht verhindern kann, dass der Rest des Albums im belanglosen Mittelmaß kleben bleibt.