DETAILS

Interpret:
Teenage Fanclub

Plattentitel:
Shadows

Label:
PIAS / Rough Trade

VÖ:
bereits erschienen

Punkte:
7.5 von 10

Weiterführende Links:

Autor:
Bastian Küllenberg
Wuppertal / Düsseldorf, 26.07.2010

PLATTENKISTE

Teenage Fanclub - Shadows

Teenage Fanclub - Shadows

Diese Band ist ein Liebhaberstück. Wer die schnelle Nummer oder das grellbunte Neue sucht, darf bereits hier aufhören, diese Review zu lesen und sollte sich lieber wieder dem Web 2.0 oder der H&M-Reklame widmen. Teenage Fanclub haben mit Tagesaktualität so überhaupt gar nichts zu tun. Vielmehr veröffentlicht die Band seit über 20 Jahren in regelmäßigen Abständen Alben, deren Songs die amerikanische Westküste nach Schottland verlegen.

Obgleich dabei nie der ganz große, kommerzielle Durchbruch geschafft wurde, ist die Fangemeinde von durchaus stattlicher Größe und treu ergeben. Bands wie REM, Radiohead oder Pearl Jam luden daher gerne als support ein. Ein besonderes Kapitel in der Bandgeschichte war sicher auch die gemeinsame Europa-Tour mit Nirvana zum Release von „Nevermind“. Cobain war ja bekanntermaßen großer Fan der Vaselines und deren eine Hälfte Eugene Kelly wiederum ein guter Bekannter von Norman Blake, seines Zeichens Sänger des Fanclubs. So kam es, dass auch aus Kurt ein Fan der Teenager wurde und ein jugendlicher Tim Wheeler den Besuch eines Konzertes dieser Tour als Grund zur Gründung seiner Band Ash angibt.

Im Kosmos von Teenage Fanclub regieren die späten Sechziger. Die Schotten sind hoffnungslos Namen von der Westküste verfallen, die in Kennerkreisen für feuchte Augen sorgen. Einfach mal die Suchmaschine anschmeißen und staunen: The Asociation, Harper’s Bizarre, Strawberry Alarm Clock, The West Coast Pop Art Experimental Band oder Flower Pot Men. Doch vor allem sind die frühen Byrds seit eh und je Paten des Teenage-Fanclub-Sounds.

Nach all der Musikhistorie, einige Worte zu „Shadows“, dem neuen Album und Anlass dieser Zeilen. Es klingt, wie man es erwartet hatte und die gute Nachricht ist: Teenage Fanclub bleiben in guter Form. Die drei Songwriter schütteln noch immer die sanftesten Harmonien aus dem Ärmel, als sei es eine Kleinigkeit. Kritikern war das schon immer zu melodieverliebt, ich kann mich daran an manchen Tagen kaum satt hören. Die Höhepunkte des aktuellen Dutzends potentieller Lieblingslieder sind das übereingängige „Baby Lee“, das dezent psychedelische „Into The City“ mit seinem euphorischen Finale sowie das Country’eske „When I Still Have Thee“. Anhänger kaufen diese Platte daher ungehört und ohne Zweifel.

 

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