DETAILS

Interpret:
Stereophonics

Plattentitel:
Keep Calm And Carry On

Label:
Universal

VÖ:
26.02.2010

Punkte:
5.0 von 10

Weiterführende Links:

Autor:
Matthias Dersch
Essen, 22.02.2010

PLATTENKISTE

Stereophonics - Keep Calm And Carry On

Stereophonics - Keep Calm And Carry On

Irgendwann Anfang der so genannten „Nuller“-Jahre galten die Stereophonics um ihren vorlauten Frontmann Kelly Jones mal als legitimite Anwärter auf den britischen Rock-Thron. Doch genau wie ihre Buddies von Oasis verloren auch Jones, sein Bruder Richard und Gründungsmitglied Stuart Cable (der 2003 ausstieg und durch Javier Weyler ersetzt wurde) irgendwann ihre Ambitionen und ihr Potenzial im vielen Schnee. Auf Chartposition eins schaffte es nach dem Debüt „Words Get Around“ zwar jedes ihrer weiteren fünf Studio-Alben. Doch ein Best-Of im Jahr 2008, elf Jahre nach ihrer ersten Platte, ließ das Ende der Stereophonics erahnen. Die Platte landete in England „nur“ auf dem zweiten Platz - und das spornte Jones dann scheinbar doch noch mal an.

„Keep Calm And Carry On“ - das klingt zunächst so gar nicht nach den großspurigen Ankündigungen, die die Waliser früher machten. Und das ist wohl auch so gewollt. Das Album soll einen Neuanfang darstellen, oder, wie Jones selbst sagt: „Ich wollte ein Album aufzunehmen, dass wie ein Debüt klingt.“ Und so sind die Stereophonics jetzt noch ein Stück poppiger und auch gefühliger geworden, als sie es - unter ihrer rauen äußerlichen Schale - eh schon immer waren. Die Fans in England reagierten verhalten - das Album landete nur auf Platz elf. Eine Enttäuschung für die Band, die nicht darauf hoffen sollte, dass Deutschland euphorischer auf ihre siebte reguläre Platte reagiert.

Die Band auf „Keep Calm And Carry On“ ist nicht mehr die gleiche, die 1998 mit ihrer Single „The Bartender And The Thief“ für offene Münder sorgte. Sie ist nicht mal die gleiche, die 2005 mit „Dakota“ noch einmal ein Ausrufezeichen setzen konnte. Das neue Material ist alles andere als schlecht, aber es ist - und das ist das bittere an „Keep Calm And Carry On“ - leider auch ziemlich belanglos. Die 15 Songs rauschen am Ohr vorbei, ohne sich festzukrallen. Es fehlt das Aha-Moment, auch, wenn man dem Album noch eine zweite, dritte oder siebte Chance einräumt.

Wie gesagt: Schlecht ist das alles nicht, handwerklich ist es sogar einwandfrei. Und doch: Es gibt genug mittelmäßige Bands aus Großbritannien. Schade, dass sich die Stereophonics dort jetzt endgültig auch eingereiht haben.


 

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