Interpret:
Stars
Plattentitel:
The Five Ghosts
Label:
Vagrant / Rough Trade
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
7.0 von 10
Autor:
Bastian Küllenberg
Wuppertal / Düsseldorf, 02.08.2010
Es wurde auch langsam Zeit. Stars machen sich selbstständig und veröffentlichen ihr fünftes Album „The Five Ghosts“ auf dem eigenen Label Soft Revolution Records. Vagrant ist die ebenfalls neue Vertriebs-Heimat der Band aus Montreal. Nachdem das Label ursprünglich auf Hardcore und Emo spezialisiert war, zeigt man sich in den letzten Jahren eher eklektisch und dem Indie zugewandt, wie Veröffentlichungen von School Of Seven Bells und Edward Sharpe & The Magnetic Zeros zeigen.
Die Band um das Gesangsduo Amy Millan und Torquil Campbell, bei der auch beim neuen Album alle fünf Mitglieder am Songwriting beteiligt sind, ist längst zur festen Größe geworden, obgleich der Presserummel vor einigen Jahren deutlich größer war. 2005 erschien „Set Yourself On Fire“ und eroberte mit melancholischem und gefühlvollem Indie Pop die Herzen im Sturm. Auch auf dem Nachfolger kristallisierte sich ein Trademark-Sound heraus, den man nun zum Auftakt von „The Five Ghost“ erneut zu hören bekommt. Man weiß, ohne auf das Cover zu schauen, dass hier eine Stars-Platte spielt.
Die Kanadier vertonen einmal mehr große Gefühle, ob euphorisch und überschwänglich in „Wasted Daylight“ und „Fixed“ oder, wie bei „I Died So I Could Haunt You“ mit doppeltem Boden. „The Five Ghosts“ ähnelt seinem Vorgänger und setzt vielleicht sogar noch ein kleines bisschen mehr auf Synthie-Pop und Keyboard. „We Don’t Want Your Body“ und „The Passenger“ müssen einem nicht unbedingt direkt gefallen, doch spätestens wenn Amy Millan zu singen beginnt, kann man eigentlich kaum noch traurig sein, dass im Vergleich zu vor fünf Jahren die Streicherparts doch rapide abgenommen haben.
Schließlich erhält das altmodische Fanherz mit „How Much More“ kurz vor Ende des Albums gar noch einen schmachtenden Leckerbissen. „I need you closer to me/ always“, das kann man gerne auch über diese Band sagen.