DETAILS

Interpret:
Someone Still Loves You Boris Yeltsin

Plattentitel:
Let It Sway

Label:
Polyvinyl / Cargo

VÖ:
20.08.2010

Punkte:
6.0 von 10

Weiterführende Links:

Autor:
Christopher Szwabczynski
Steinfeld, 16.08.2010

PLATTENKISTE

Someone Still Loves You Boris Yeltsin - Let It Sway

Someone Still Loves You Boris Yeltsin - Let It Sway

Someone Still Loves You Boris Yeltsin sind ja nicht gerade die Neuentdeckung aus den Staaten. Bereits 2005 durfte man über den sympathischen Namen schmunzeln und das als Do-It-Yourself gestartete Projekt der Highshool-Freunde auf den Blogs dieser Welt abfeiern. Dennoch, die vier Jungs aus Springfield, Missouri kommen mit ihrem dritten Album „Let It Sway“ frisch wie am ersten Tag daher.

Eher spontan fiel Sänger Philip Dickey der etwas unkonventionelle Bandname beim Einkaufen ein. Probleme sah man keine, man wolle schließlich nicht Russland mit seiner Musik erobern, dachten sich die Teenager in der Highshool. Nach der ersten EP „Gwyn & Grace“ folgte eben das selbst produzierte Debüt-Album „Broom“. Nach positiver Resonanz ihrer Anfänge wurden Someone Still Loves You Boris Yeltsin bei Polyvinyl Records unter Vertrag genommen und genießen seitdem internationalen Erfolg.

Bis „Let It Sway“ Konturen annahm, musste man sich etwas einfallen lassen. Nachdem „Pershing“ eher im Labor entstand, wollte man zurück zu den unbeschwerten Zeiten der Highshool, in denen man sich einfach in den Proberaum stellte um Spaß zu haben und nicht jeden Song sezieren musste. Die Produktion sollte erfahrenen Händen zugespielt werden und so fand sich niemand geringeres als Chris Walla - seinerseits Gitarrist bei Death Cab For Cutie und Produzent für Bands wie Tegan And Sara und The Decemberists – der die Band in die wegen „Nevermind“ legendären Smart Studios führte.

Herausgekommen sind zwölf locker leichte Schunkel-Indie-Rock Songs ganz in der Philosophie: „Let It Sway“. Beinahe in College-Rock-Manier schallen die cleanen Gitarren-Akkorde durch die Lautsprecher und werden von der knabenhaften Stimme animiert, die immer wenn es gen Chorus geht laut aufheult. So auch textlich eher College-Art: „We're comin' around / Up from the ground / Straight to your heart / From my mouth.“ Dennoch kann der Opener „Back In The Saddle“ mit seiner leichten Indie-Struktur, verspielten Gitarrensolos und den Chören überzeugen. Im Titelsong „Sink / Let it Sway“ appelliert es mit Garagenband-Gitarren und freundlichen Melodien auf die Leichtigkeit der Shins oder auch Tokyo Police Club. Klar, dass bei einem solchen Thema auch zwei, drei Lückenfüller dabei sein müssen und Na-Na-Na-Songs wie „Banned (By the Man)“ lieber weggedrückt werden wollen, aber das sei bei diesen Jungs verziehen. Dafür gibt es neben „Sink / Let It Sway“ auch den zweiten Hit, gleich an sechster Stelle. „Everlyn“ ist zwar auch nur ein Liebeslied, dennoch eins mit postpubertärem Charme. Die obligatorische Ballade „Stuart Gets Lost Dans Le Metro“, in der dann natürlich das Klavier zum Einsatz kommen muss, ist zu verkraften.

Danach nochmal gut auf die Gitarre hauen und die Trommelfelle zum schwingen bringen, das ist was Someone Still Loves You Boris Yeltsin auch noch auf ihrem dritten Album am besten können. Wieso also meckern: „Let It Sway“ ist eine solide Indie-Rock Platte.

Video: „Making Of: Let It Sway"


 

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