DETAILS

Interpret:
Solex Vs. Cristina Martinez + Jon Spencer

Plattentitel:
Amsterdam Showdown King Street Throwdown!

Label:
Bronzerat / Soulfood Music

VÖ:
bereits erschienen

Punkte:
6.5 von 10

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Autor:
Dominik Knauf
Kropp, 08.03.2010

PLATTENKISTE

Solex Vs. Cristina Martinez + Jon Spencer - Amsterdam Showdown King Street Throwdown!

Solex Vs. Cristina Martinez + Jon Spencer - Amsterdam Showdown King Street Throwdown!

So ist das eben mit Comics. Alles, was sich die Superhelden in ihren Abenteuern auch vornehmen, meist sieht es so leicht, so unangestrengt aus, dass sich gerade aus diesem Gegensatz aus Realität und Fiktion der Reiz ableitet. Jon Spencer und Cristina Martinez, die gemeinsam vor rund zehn Jahren mit Boss Hog garagigen Blues mit Funkelemten spielten, standen eigentlich nie unter Verdacht, große Comicliebhaber zu sein. Zu bodenständig, zu rau waren vor allem die Werke, die Spencer mit seiner Blues Explosion aufnahm.

Und doch ist genau dies die Form, mit der Spencer und Martinez ihr gemeinsames Werk mit der holländischen Künstlerin Elisabeth „Solex“ Esselink nun bewerben. Denn der Comic, der der Promoversion dieses Albums beigelegt ist, verdeutlicht die Entstehungsgeschichte von „Amsterdam, Showdown, King Street Throwdown!“ Zwar hatte Solex bereits vor etlichen Jahren einen Remix für den Song „Crunchy“ der Blues Explosion  angefertigt, doch mussten erst noch ein paar Jahre vergehen, bevor sie nach der Schließung ihres Amsterdamer Plattenladens Spencer ein paar unfertige Demos vorspielte. Der war von diesen dermaßen begeistert, dass er sich gemeinsam mit Martinez daran machte, noch ein paar zusätzliche Spuren hinzuzufügen.

Schlussendlich klingt das nun vorliegende Album sehr nach Spencer und seiner Blues Explosion, sehr direkt und mit einer hingerotzten Trockenheit gespielt. Doch trotz aller Referenzen in die Vergangenheit ist „Amsterdam Showdown...“ vor allem ein vielseitiges, entspanntes Werk geworden, das mit überdrehten Keyboards, Bläsern, allerlei Soundspielereien und dem amerikanischen HipHopper Mike Ladd auf zwei Tracks aufwartet. „R Is For Ring-A-Ding“ ist ein leichtfüßiges Film-Noir-Abenteuer in Technicolor, „Too Much, Too Fast“ pulsiert hypnotisch wie ein Lo-Fi-Bossanova und „The Uppercut“ fiept nervös wie ein außer Kontrolle geratener Geigerzähler. Trotz der Omnipräsenz Spencers ist „Amsterdam Showdown“ gerade dann am Besten, wenn sich sein Einfluss in Grenzen hält und Solex mit ihren angeschrägten Ideen die Oberhand behält. Auch Superhelden wie Jon Spencer brauchen halt ab und zu einen passenden Gegenpart.

Offizielles Promo-Video zum Album:

 

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