DETAILS

Interpret:
Sky Larkin

Plattentitel:
The Golden Pike

Label:
Wichita / Cooperative Music / Universal

VÖ:
bereits erschienen

Punkte:
4.0 von 10

Weiterführende Links:

Autor:
Michael Weber
Köln, 02.03.2009

PLATTENKISTE

Sky Larkin - The Golden Pike

Sky Larkin - The Golden Pike

Die aus Leeds kommenden Sky Larkin machen das, was man vielleicht als schnörkellosen, schnöden Indie Rock bezeichnen würde. Nestro Matthews, Katie Harkin und Douglas Adams klingen dabei noch nicht mal wie frisch aus dem Ei gepellt, sondern wie eine Kapelle, die einen Tick zu lange im muffigen Proberaum verbracht hat. So haben sie wohl, während sie noch mit den Los Campesinos! auf Tour waren, dieses schmucklose Album gemeinsam mit ihrem Produzenten John Goodmanson zusammengschustert.

Dass ein Album, obwohl es den Köpfen einer dünnbesetzten Band entsprungen ist, schmucklos aber dennoch einfallsreich, gerissen sein kann, hat man schon bei Oxford Collapse oder No Age gehört. Zwar sind die Stile dieser beiden Bands wie die Äpfel, die hier mit den Birnen von Sky Larkin verglichen werden, ihnen gelingt es aber, dem Hörer nicht auf fast gesamter Album-Länge unkreativ gegenüber zu treten. Auch wenn Sky Larkin, was den Indie Rock angeht, einen gewissen Nerv zu treffen scheinen, ist die Halbwertzeit der 13 Songs auf „The Golden Pike“ stark begrenzt. Und das erst recht nicht nur in Hinblick auf die durchschnittliche Länge der Songs von ca. 2:40 Minuten.

Kaum ein Refrain, eine Strophe, eine Melodie oder ein Rhythmus wollen sich im Gehörgang festsetzen. Obwohl dies eigentlich zu erwarten wäre, denn schließlich scheinen die schlichten Wiederholungen der Melodien darauf ausgelegt zu sein. Allen Bemühungen Sky Larkins zum Trotz - und sie sind, das muss man ihnen lassen, wahrlich bemüht und engagiert die Songs irgendwie besonders eindringlich klingen zu lassen - verlaufen sie sich in schrabbelnden Wettläufen zwischen Gitarren und Schlagzeugs. „Fossil, I“ oder „Molten“ ersticken sich ab einem gewissen Zeitpunkt in ihren angeheizten Gitarren-Klängen, die ihren anfänglichen Reiz jedoch schon in den folgenden Songs verlieren werden. Einzig Songs wie „Antibodies“ oder  „Beeline“ lassen aufhorchen und hoffen. Den  kleinen Keyboard- und Orgel-Klängen hätte eine mehr in den Vordergrund gesetzte Produktion bestimmt auch besser gestanden. Und ein bisschen weniger Grauschleier über dem gesamten Klang sowieso.    

So ist es auch im Hinblick auf die Gesangstimme Katie Harkins fast schon egal, welchen Song man als Referenz erwähnen soll. Zum einen singt sie unentwegt in derselben Lage und ist daneben sogar äußerst sparsam mit Gefühlswendungen in ihrer Stimme. Sie hat definitiv ihre melodiösen Momente in „Somersault“,  „Matador“, „Geography“ aber auch diese sind mit ihren knappen Wendungen in Strophe und  Refrain rar gesät. Es sind aber gerade die unentwegten Wiederholungen der ohnehin kurzen Texte, die in Verbindung mit ihrem in der Kehle sitzenden Gesang nervend sein können. „The Golden Pike“ wird so zu einem Album, das engagiert aber nicht viel Aufmerksamkeit erregend zwischen den Stühlen punkiger Nüchternheit und individuellen Indie Rock-Anleihen zu verweilen scheint.


 

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