Interpret:
Situation LeClerq
Plattentitel:
Glaxo
Label:
Alison Records / Cargo
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
7.5 von 10
Autor:
Bastian Küllenberg
Wuppertal / Düsseldorf, 26.01.2009
Leise rieselt der Glitzerstaub. Situation LeClerq mögen es bunt und fangen bei der Verpackung ihrer Promo-CD damit an. Man hat aber auch allen Grund zu Konfettiregen und Partystimmung, immerhin ist das Erscheinen von „Glaxo“ der vorläufige Höhepunkt einer nicht immer spaßigen Geschichte. Bereits vor fünf Jahren gegründet, erspielten sich die vier Herren 2006 im Rahmen eines Nachwuchswettbewerbs von Lado die Möglichkeiten zu Aufnahmen und größerer Öffentlichkeit. Nach der Pleite des Labels stand die Band im vergangene Jahr dann unvermittelt auf der Straße und musste sich auf die Suche nach neuen Partnern machen. Mit Alison Records fand man schließlich genau die richtigen, um ein fröhliches Spaßpaket wie „Glaxo“ endlich unters Volk zu werfen.
Die Menge soll tanzen, sich bewegen, die Party ihres Lebens feieren. Situation LeClerq treten an, Tanzflure zu entern, mal mit offensiv simpler Beatgewalt, oft stilvoll und gewandt. Alle Bandmitglieder sind nebenher seit einiger Zeit als DJs aktiv, so dass klangliche Vielfalt herrscht und ein reicher Strauß an Zitaten ausgebreitet wird. Ideen stammen neben einer gehörigen Dosis Disco, von Elektropoppern wie Depeche Mode oder Kate Bush, bis zu aktuellen Tanzbodenstürmern wie Hot Chip, The Whitest Boy Alive oder Zoot Woman. Mit den letzten beiden teilten sich Situation LeClerq dann auch bereits eine Bühne.
„You better run / you better hide“ hört man zum Auftakt und Bewegung bleibt das Stichwort. Tracks wie „Freaks“ oder „Shiny Boots“ gehen unmittelbar in die Beine, heben die Laune, auch wenn man beizeiten Bedenken hinsichtlich einiger NDW-Anleihen nicht verbergen kann. Doch man sollte sich nicht groß daran stören, wenn hier manches aus Plastik ist, stattdessen rein in die goldene Fliegerseide, ab geht's mit „Ride On Time“ in die nächste Runde. Und da hat man den eigentlichen Glanzpunkt der Platte noch garnicht gehört. „Hey Lawyer“ ist entspannt und antreibend zugleich, zelebriert mit heiterer Melancholie die wilden 80er.
Man kann nur hoffen, dass hier der ein oder andere DJ feuchte Ohren bekommt und diese Songs ins gängige Remmi-Demmi-Banger-Repertoire aufnimmt.