DETAILS

Interpret:
She's All That

Plattentitel:
Extra Fruity Disgusting

Label:
Superkid / Alive

VÖ:
12.03.2010

Punkte:
6.0 von 10

Weiterführende Links:

Autor:
Jan Nicolai Kolorz
Köln, 07.03.2010

PLATTENKISTE

She's All That - Extra Fruity Disgusting

She's All That - Extra Fruity Disgusting

Das Trio She's All That meint es gut mit ihren Hörern. Im Inlay ihres Debütalbums „Extra Fruity Disgusting“ geben sie Warnhinweise auf etwaige Haltungsschäden, die beim unkontrollierten Headbanging entstehen könnten. Schön, dass sich heutzutage noch Bands um die Gesundheit ihrer Fans kümmern. In der Tat: wer sich auf tanzwütigen Electro von Opas in Weltraumanzügen einlässt, sollte die ergonomischen Hinweise beherzigen.

Schon beim ersten Track „Superkid“ fängt der Kopf langsam an zu wackeln und sobald Frontopa – Schrägstrich – Frontoma SueShi uns die Ansage „This is our supershit“ zuwirft, sollte man sich schleunigst von seinem Sessel erheben und was für seine Bewegung tun. Ohne Erholungspause folgt die erste Single mit dem unzweideutigen Titel „Jump 1,2,3,4“. Der Name ist Programm. Bei „Rock Ready“ und „Mash It Up“ knarzt der Sequenzer aus allen Öffnungen, Tracks wie „Kamasutra 69“ sind durchzogen von britischen Big- und Breakbeats und bei „Dancing Machine“ holen She's All That den Wave der 80er ins 21. Jahrhundert.

So ist die Platte bestückt mit kleinen Köstlichkeiten des reichen Elektrokanons. Punkiger Electroclash sowie Drum'n'Bass-lastiges Gitarrengekloppe wie in „Punch You“, zeugen von rotziger Zerstörungswut, die Atari Teenage Riot nicht besser hätten umsetzen können. Irgendwo dazwischen gönnen sie einem dann auch endlich mit „Too Demanding“ eine kleine Verschnaufpause von der anspruchsvollen gymnastischen Ertüchtigung. Zur weiteren Entspannung sollte man sich jedoch nicht allzu lange das Coverartwork angucken, da die herrlich-hässliche Ästhetik für weitere Schweißausbrüche sorgen könnte.

Ob das Debüt zum großen Wurf reicht, ist schwer einzuschätzen. She's All That gehören nicht in die Regale, sondern auf die Bühne, in die Clubs. Der zweifellos tüchtigen und destruktiven Tanzmusik fehlt es – im Albumformat – an Rundungen und dem letzten Quäntchen an Impulsivität. Als bekloppter Danceact mit Partypotential können sich die Qualitäten der Band sicher besser entfalten als auf Plastik. Vom Geheimtipp bis zum Etablissement ist es also noch was hin. Bis dahin wünschen wir viel Erfolg, der deutschen Elektroszene weiterhin Nackenschmerzen und blaue Flecken zuzuführen.

Video: „Jump 1,2,3,4“

 

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