Interpret:
Samavayo
Plattentitel:
One Million Things
Label:
Sector-B / EMI Music Publishing / Rough Trade
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
6.5 von 10
Autor:
Dominik Knauf
Kropp, 22.02.2010
Gegenüber Gewinnern von Bandcontests ist der geneigte Rezensent von vornherein ein wenig skeptisch eingestellt. Kann das, was als Konsens von irgendeiner Jury, einem ausgewählten Publikum oder Onlinevotings am Ende auf dem Siegertreppchen ganz oben steht, wirklich der Stein der Weisen sein? Heute am Start, um den Rezensenten vom Gegenteil zu überzeugen, sind Samavayo. Coca-Cola-Soundwave-Sieger 2008. Berliner Band, die seit 2001 zusammenspielt. Mit Blackmails Kurt Ebelhäuser zusammengearbeitet. Haben kurzerhand mit ihrer Musik ein eigenes, von ihnen benanntes Genre ins Leben gerufen: „Fuel“.
Soweit die Fakten, die mehr Schatten als Licht über die Band wirft. Doch überraschenderweise packt einen das Debütalbum „One Million Things“ von der ersten Sekunde an und lässt einen nur in ganz kurzen Augenblicken im Stich. „Go“ ist die Sorte wütender Gitarrenrock, der melodiös und brachial zugleich ist, in der sich Sänger Behrang Alavi zunächst mit einem Falsett-Fisteln in der Strophe zurückzieht, um dann im Refrain kraftvoll auszubrechen. „Teheran Girl“ vereint mittelöstliche Exotik mit der flirrenden Gitarrenhitze des Stoner Rock.
Das große Plus dieses Albums ist die überaus gelungene Produktion, die im Vergleich zu anderen „Contest“-Gewinnern nicht matschig und billig klingt, sondern die Stärken der Songs herausarbeitet. So holt man aus an sich gewöhnlichen Powerballaden wie „Control“ noch das Maximum heraus, die dann auch das ein oder andere zuviel gesetzte Gitarrensolo vergessen machen. Ob Samavayo mit ihrem guten, aber herkömmlichen Alternative-Rock wirklich ein neues Genre erfunden haben, darf mehr als bezweifelt werden. Fürs Erste haben sie den Rezensenten wenigstens davon überzeugt, dass nicht alle Bandcontest-Sieger Grütze sind. Wenn das mal nichts ist.