DETAILS

Interpret:
Robyn

Plattentitel:
dto.

Label:
Konichiwa Records / Ministry Of Sound / Edel

VÖ:
bereits erschienen

Punkte:
7.0 von 10

Weiterführende Links:

Autor:
Matthias Dersch
Essen, 08.09.2008

PLATTENKISTE

Robyn - dto.

Robyn - dto.

Manche Popstars, und dazu gehört Robyn spätestens seit ihrem Support-Slot bei der laufenden Madonna-Tour, können eine ausgesprochen außergewöhnliche Lebensgeschichte erzählen. Die mittlerweile 29-Jährige Schwedin verkaufte, was wohl die wenigsten wissen dürften, schon vor elf Jahren 1,5 Millionen Alben in den USA, nachdem sie bereits 1994 ihren ersten Plattenvertrag bei RCA Records unterschrieben hatte. Dass die Sängerin heute dennoch wie eine Newcomerin behandelt wird, liegt wohl daran, dass sie diesen Erfolg nie auch nur ansatzweise toppen konnte und schließlich 2005 so verzweifelt war, dass sie sich aus ihrem Major-Vertrag herauskaufe, um noch einmal neu anzufangen.

Ein Experiment, das erstaunlich gut glückte. „Robyn“, das selbstbetitelte „Debüt“ auf dem eigenen Label Konichiwa Records, erschien im gleichen Jahr, stieg auf Rang eins der schwedischen Charts und eroberte in den drei Folgejahren erst England, dann Amerika und schließlich auch Deutschland. Was läge da also näher, als ein zweites Album auf den Markt zu werfen? Richtig, das erste noch einmal neu auflegen. Und so flattert ein dickes Paket mit Bonustrack und DVD in die Regale der hiesigen Plattenverkäufer, das natürlich darauf hofft, von all den Madonna-Fans, die die Schwedin mit der eigenwilligen Frisur beim Aufwärmen gesehen haben, gekauft zu werden.

Die Chancen dafür stehen nicht ganz so schlecht. Denn das elektronisch-tanzbare „Cobrastyle“, die Halbballade „Handle Me“ oder auch das anrührende „Be Mine“ sind echte Hits, die sich auch vor Madonnas Ergüssen der letzten Jahre nicht verstecken müssen. Und dann ist da ja noch „With Every Heartbeat“, der Übersong der Platte, der auch drei Jahre nach Erstveröffentlichung noch nichts an seinem Reiz verloren hat.

Das Einzige, was den Spaß an „Robyn“ letztlich merklich trübt, ist die Tatsache, dass das Niveau der ersten 25 Minuten in der zweiten Hälfte nicht gehalten werden kann und so unterm Strich sieben starke und sieben eher belanglose Stücke (plus Bonustrack) gegeneinander aufgewogen werden müssen. Ihre Fans werden sich letztlich für den Kauf entscheiden, falsch liegen sie damit nicht, denn Spaß macht die Platte auf alle Fälle.


 

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