DETAILS

Interpret:
Rakaa

Plattentitel:
Crown Of Thorns

Label:
Decon / Groove Attack

VÖ:
bereits erschienen

Punkte:
7.5 von 10

Weiterführende Links:

Autor:
Bastian Küllenberg
Wuppertal / Düsseldorf, 19.07.2010

PLATTENKISTE

Rakaa - Crown Of Thorns

Rakaa - Crown Of Thorns

Freunden der gepflegten Untergrundunterhaltung dürften beim Namen Dilated Peoples die Lichter aufgehen. Seit knapp 20 Jahren ist das Trio dabei und hat bis auf die Kanye West-Kollaboration „This Way“ zwar kaum kommerzielle Erfolge vorzuzeigen, jedoch dafür eine Menge street knowledge und Glaubwürdigkeit.

Rakaa, seines Zeichens bereits Mitglied in legendären Kollektiven wie der Rock Steady Crew oder Zulu Nation, folgt mit „Crown Of Thorns“ einmal mehr seinen Solopfaden, hat sich aber wie im Hip Hop üblich, eine durchaus überzeugende Gästeliste zusammengestellt. Die Bandbreite reicht von Stones Throw-Soul Brother Aloe Blacc, der den etwas pathetischen Titeltrack begleitet, wo zu triumphalen Klänge die Arena betreten wird, bis zu Alt- und Übermeister KRS One, der beim trockenen, minimalistischen „Human Nature“ der Jugend zeigt, was old school bedeutet. Der „Teacher“ ist im Haus und erinnert noch mal an jene Ideologie, die Grundlage der Hip Hop Kultur sowie der Zulu Nation sind: „knowledge, wisdom, understanding  / freedom, justice and equality“.

Rakaa hat mit „Crown Of Thorns“ vielleicht einen arg überzogenen Titel gewählt und sein Jesus-Vergleich spricht auch nicht unbedingt für Bescheidenheit. Allerdings gehört es sich im Hip Hop-Kontext, ab und an die ganz dicke Hose auszupacken und so lange nicht nur Posen folgen, darf man das gerne tolerieren. Und so freut man sich, dass das feine „C.T.D.“ fast ausschließlich aus einem Motown-Sample von Martha & The Vandellas besteht, während das treibende „Assault & Battery“ lupenreinen Battle-Rap präsentiert.

Herzstück und Hit des Albums ist aber ohne Frage „Ambassador Slang“. Hier versammeln sich MCs aus Korea, Neuseeland und den Philippinen, um ein wuchtiges, internationales Statement abzugeben. Hatten schon Beat und Streicher die Ahnung genährt, so ist man sich spätestens, als es „once again, it’s the incredible“ ruft sicher, dass dieser Track eine tiefe Verbeugung vor Rakims „Guess Who’s Back“ ist.

In der zweiten Hälfte des Albums lässt die Spannung ein wenig nach. Rakaa liefert den beinahe obligatorischen Ausflug in Latino-Gefilde mit dem verzichtbaren „Mezcal“ oder ruft in „Rosetta Stone Groove“ zur Völkerverständigungs-Blockparty auf, bis es im souligen Defari-Feature „Aces High“ nach Gegenwart und Kanye West-Beat klingt. Kurz vor Schluss gibt es mit dem druckvollen „Mean Streak“ dann noch einmal die ganze Wut zu spüren, bevor das sanfte Spoken Word-Stück „Upstairs“ das Album leise ausklingen lässt.

Die Samples stammen aus Soul, Funk oder Pop, die Beats sind unaufgeregt aber zupackend produziert und in Sachen MC-Kunst muss man keine Fragen stellen. „Crown Of Thornes“ ist ein ziemlich komplettes Hip Hop-Album.

 

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