DETAILS

Interpret:
Plemo & Rampue

Plattentitel:
Love Hate Peace Fuck

Label:
Audiolith / Broken Silence

VÖ:
bereits erschienen

Punkte:
6.5 von 10

Weiterführende Links:

Autor:
Bastian Küllenberg
Wuppertal / Düsseldorf, 24.06.2008

PLATTENKISTE

Plemo & Rampue - Love Hate Peace Fuck

Plemo & Rampue - Love Hate Peace Fuck Audiolith ist ein Qualitätslieferant in Sachen elektronischer Musik. Neben Der Tante Renate ist das feine Label auch Heimat von Saalschutz und Räuberhöhle, deren Tanzbodenschabernack sich eignet, die grobe Richtung vorzugeben, wenn es um Plemo & Rampue und ihr furioses neues Album „Love Hate Peace Fuck“ geht. Vorab sei jedoch noch eine Frage gestattet. Darf man heute noch den Begriff Electroclash benutzen? Oder sollte man sich, statt derartigen Fragen Aufmerksamkeit zu schenken, nicht lieber quickfidel und vergnügt ins zappelige, bunte Neonlicht dieser Silberscheibe stürzen?

Es ist schnell erraten, dass letztgenannte Alternative die weapon of choice ist, daher schon bald ein wilder Mix aus Euro Dance, Electro, Minimal und dem besten der Popmusik der letzten 30 Jahre aus den Boxen kracht. Beats sind zünftig und direkt, dazu hagelt es wohlbekannte Versatzstücke aus der Musikgeschichte. Plemo und Rampue haben es faustdick hinter den Ohren und sind sich für keinen Spaß zu schade. So verschmelzen sie beispielsweise mit „Fight For Popcorn“ die allseits bekannte Discomelodie mit „Fight For Your Right“ oder lassen im Opener „Kommunizieren“ die ehrwürdigen Kraftwerk durch die Achtziger Tanzbude geistern.

Bei „Fancy Uncontrolled“ ist dann gar Samantha Fox zu hören. Man kann das Grinsen der Produzenten an vielen Stellen förmlich fühlen. Und doch heißt es dann: „Momentan fehlt mir das Verständnis für diese Art von Musik.“ Doch der Auftrag ist klar: die Menschen sollen sich bewegen, „Loose Control“ ist das Motto. Also mitmachen und Arme kreisen lassen!

Es ist wie Plemo sagt: „Die Welt besteht plötzlich nur noch aus Tanzfläche.“ Man stört sich wenig daran, dass hier manches die Grenzen des sonst als Geschmack bezeichneten Phänomens bedenklich nah passiert, gehen doch regelmäßig alle Lampen an. Der Frohsinn ist in diesem Fall die Mutter der Porzellankiste und „Love Hate Peace Fuck“ Zitat-Rave der besonders sympathischen Sorte.


 

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