Interpret:
Pin Me Down
Plattentitel:
dto.
Label:
Animalized / Rough Trade
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
5.0 von 10
Autor:
Renate Bichert
Remscheid, 23.08.2010
„Ist das ein neues Bloc Party Album? Da singt ja eine Frau! “ So klangen ungefähr meine Gedanken, als ich Pin Me Down mit ihrem gleichnamigen Debütalbum zum ersten Mal gehört habe. Pin Me Down ist das neue Projekt des Bloc-Party-Gitarristen Russell Lissack und der Black-Moustache-Sängerin Milena Mépris.
Erst durch Pin Me Down zeigt sich, wie sehr Bloc Party von dem schwebenden Gitarrensound von Russell Lissack abhängig waren – und wie wenig sie sich dadurch in all den Jahren verändert haben. Denn so einzigartig und unverkennbar Lissacks Sound auch ist, so wenig Spielraum lässt er für neue Ideen. Er hält an seinen hohen Riffs genauso fest, wie an seiner Frisur, die er seit gut sechs Jahren quer über die Augen hängen lässt. Dadurch erscheint Pin Me Down wie eine weibliche Version von Bloc Party.
Doch versuchen wir einmal Lissacks musikalischen Hintergrund zu vergessen und hören das Album als eigenständiges Projekt. Pin Me Down machen 80er-lastigen Indie-Electro-Pop, oder „Apocalyptic Pop“, wie Milena Mépris es beschreibt. Apokalyptisch ist das Album zwar nicht gerade, aber es kann den ein oder anderen Clubabend versüßen, denn es ist tanzbar, eingängig und es bringt gute Laune. beim dritten Hören erkennt man sogar Mépris Beitrag als Songwriterin, der sich vorher weit hinter Lissacks eindeutigem Style versteckt hat.
Pin Me Down haben ein Album geschaffen, dass eine Saison die Tanzflächen der Indie-Clubs füllen wird, aber es ist kein Album, dass hängen bleibt. Lissack hat leider die Chance vertan in einem neuen Projekt auch mit neuen Einflüssen zu experimentieren. Bei Bloc Party klang sein Sound noch neu und spannend, bei Pin Me Down klingt es, als würde er seinen eigenen Style kopieren.
Stream: „Time Crises“