Interpret:
Phoenix
Plattentitel:
Wolfgang Amadeus Phoenix
Label:
V2 + Cooperative Music / Universal
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
7.5 von 10
Autor:
Matthias Dersch
Essen, 25.05.2009
Wenn man sein Album nach Wolfgang Amadeus Mozart benennt, muss man entweder größenwahnsinnig sein oder aber ein verdammt starkes Stück Musik im Rücken haben. Letzteres gilt für die sympathischen Franzosen von Phoenix, die mit "Wolfgang Amadeus Phoenix" zwar nicht ganz an ihre beiden famosen ersten Platten "United" und "Alphabetical" herankommen, aber dennoch sämtliche (hohen) Erwartungen erfüllen.
Schon der Beginn wischt alles beiseite, was den Parisern auf ihrem letzten Album "It's Never Been Like That" vorgeworfen wurde. Der Rock-Anteil wird deutlich zurückgefahren, die Elektronik wieder verstärkt in den Sound integriert. Heraus kommen drei lupenreine Hits: "Lisztomania" (Ja, ja, die Jungs haben ihre Hausarbeiten in Sachen (Musik)-Geschichte gemacht), "1901" und "Fences".
Unverständlicherweise verliert das Quartett anschließend den roten Faden und irrt leicht orientierungslos durch die beiden Instrumentals "Love Like A Sunset Part I & II". Ursprünglich sollen beiden Tracks 17 Minuten umfasst haben, aufs Album schafften es knappe sieben. Doch was als (Selbst-)Referenz an den "Funky Squaredance" vom Debüt gedacht war, entwickelt sich zum Eigentor.
Das atmosphärisch dichte Stück wirkt nach dem tollen Start deplatziert und ist definitiv ein Skip-Kandidat. Am Ende der Platte wäre es dagegen deutlich besser aufgehoben, hätte das Album hier sogar aufgewertet.
Doch so braucht es seine Zeit, bis man sich wieder auf "Lasso" und die restlichen Folgestücke einlassen kann, die zwar allesamt auf hohem Niveau spielen, aber gegen das Anfangs-Trio absacken. Man dürfte die Kritik deutlich heraushören: Mit einer veränderten Tracklist wäre hier deutlich mehr drin gewesen für Phoenix. So haben sie "nur" ein sehr gutes Album, aber eben keinen Meilenstein abgeliefert.