Interpret:
Minus The Bear
Plattentitel:
Omni
Label:
V2 / Cooperative Music
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
4.0 von 10
Autor:
Christopher Szwabczynski
Steinfeld, 30.08.2010
Dass Minus The Bear in der Vergangenheit stets im Datenstau und/oder in der Plattenkiste verloren gegangen sind, wundert wohl die wenigsten. Nie für wirklich schlecht befunden, aber länger als ein Hördurchgang auch nicht auf dem iPod geblieben, schafften es die fünf Jungs aus Seattle nie, langfristig zu überzeugen. Mit „Omni“ erscheint ihr nun viertes Studioalbum und das birgt die Hoffnung auf einen großen Schritt nach vorne. Was kommt, ist ein Rundumschlag aus der späten Genesis-Diskographie hin zu den Achtzigern.
Seit 2001 arbeiten Minus The Bear an ihrer Musik und machten auch prompt mit ihrem Prog-Rock auf sich aufmerksam. Nach dutzenden Touren und semierfolgreichen EP's und Alben kehrten sie beim Produzenten von The Shins, My Morning Jacket und The White Stripes, Joe Chiccarelli ein, um endgültig die Essenz aus ihren Fähigkeiten quetschen zu lassen. Was dieser jedoch erreichte, war viel eher eine noch glattere Nummer aus der einstigen progressiven Band zu machen.
Teilweise peinliche Keyboard-Lines treffen auf Gitarren-Effekte, die lieber im Aufnahmestudio geblieben wären. Zwar schafft es die solide Instrumentalisierung immer aus dem letzten Faux Pas einen erträglichen Rock-Song zu machen, doch wirkt alles in allem wie eine radiotaugliche Jazz-Soul-Rock-Platte, die wahrscheinlich selbst Phil Collins bei einem gemütlichen Abend mit Sting nicht auflegen würde.
„Into The Mirror“ ist dann sogar so Pop, das man es wieder gutheißen kann. Mit der weiblichen Unterstützung am Mikrophon vergisst man dann einfach, dass man es hier mit einer Post-Rock-Band zu tun hat und genießt die teilweise tricky elektronischen Einlagen und den wunderbar verhaltenden Hintergrund-Gesang.
Video: „My Time"
Minus the Bear - My Time from Michael Mohan on Vimeo.