Interpret:
Mexican Institute Of Sound
Plattentitel:
Soy Sauce
Label:
Cooking Vinyl / Indigo
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
7.0 von 10
Autor:
Bastian Küllenberg
Wuppertal / Düsseldorf, 06.07.2009
Der Mann hinter der Forschungseinrichtung ist Camilo Lara, ein Produzent, den die Homepage seines Labels als „a truly icon of Mexico City“ beschreibt. Mit Hilfe seines Computers und der umfangreichen Plattensammlung, bastelt er seit einigen Jahren Songs, die nun mit „Soy Sauce“ auch dem europäischen Zugang präsentiert werden.
Die Produktionen spiegeln dabei ihr Entstehungsumfeld wieder, beziehen Mariachi-Trompeten und traditionelle lateinamerikanische Rhythmen dabei ebenso ein, wie die zeitgemäßen Beats, und die Großstadt repräsentierenden HipHop-Bässe. Selbstredend hat der Mann auch seine Rock'n'Roll-Fibel ausführlich gelesen, um zu wissen, wo das eigentlich alles herkommt.
Dass man sich vom Wiederentdecken vermeintlicher Klischees dabei nicht vollkommen lösen kann, mag dem Schicksal der Alten Welt und einem anderen kulturellen Hintergrund geschuldet sein, es verdirbt einem keineswegs den Spaß an Stücken wie „Cumbia“, „Alocatel“ und dem packenden „Hiedra Venenosa“ mit denen Camilo Lara direkt zu Beginn einige Volltreffer landet. Es ist erstaunlich bis schade, dass es Beastie Boy Ad Rock seinerseits nicht gelingt, aus der brillanten Vorlage „Alocatel“ in seinem Remix nicht mehr herauszukitzeln, als zeitgemäß dicken Sound und ein viel versprechendes Intro.
Für die spektakulären Momente sorgt das Mexican Institute Of Sound dann lieber selbst und covert The Verve. „Sinfonia Agridulce“ klingt so eher nach Manu Chao und Teepause auf der Straßenbarrikade, als nach feinem Zwirn und britischer Melancholie. So etwas sollte man nicht nur auf der Erasmus-Party auflegen. Überhaupt ist „Soy Sauce“ zu spannend, abwechslungsreich und souverän produziert, um zur Freundeskreis erweiternden Multi-Kulti-Folklore missbraucht zu werden, wie eben angesprochener Franzose und sein Radio Bemba.