Interpret:
Maximo Park
Plattentitel:
Quicken The Heart
Label:
Warp / Rough Trade
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
8.0 von 10
Autor:
Matthias Dersch
Essen, 11.05.2009
Als 2005 "A Certrain Trigger" erschien, positionierten sich Maximo Park mit ihrem vor Ideen überschäumenden Debüt schnurstracks an der Spitze der UK-Welle, die Europa in den nächsten Monaten überflutete. Während die meisten Bands, die zeitgleich mit dem Quintett aus Newcastle erfolgreich wurden, schon beim zweiten Album die Segel streichen mussten, schaffte es die Gruppe um Frontmann Paul Smith mit "Our Earthly Pleasures" die Erfolge des Debüts sogar noch zu toppen. "Books From Boxes" mauserte sich 2007 gar zum veritablen Hit, der noch heute in den Playlists der Formatradios auftaucht und dort den guten Geschmack rettet.
Mit "Quicken The Heart", dem ach so schweren dritten Album, musste doch jetzt eigentlich der Knick kommen, oder? Gab es nicht schon auf "Our Earthly Pleasures" dezente Hinweise auf Ideenarmut und Zenitüberschreitung?! Von wegen!
Smith und Co halten auch auf ihrem dritten Album binnen vier Jahren die Qualität gewohnt hoch, setzen jedoch neue Akzente. Es dauert länger, bis man sich an die vielen verschachelten Strukturen und die unterschiedlichen Schichten der Songs gewöhnt hat, doch dann zünden die zwölf neuen Stücke gewaltig. "Wraithlike" und "The Kids Are Sick Again", die beide bereits vor Albumveröffentlichung durchs Netz geisterten, sind dabei Appetitanreger, längst jedoch nicht die Höhepunkte des Maximo Park-Menüs.
Die hören dagegen auf die Namen "A Cloud Of Mystery" und "Calm" und sind gewohnt-gute, leicht schwelgerische und mit Ideen und Melodien nur so um sich verwerfende Stücke, die sich vor keinem der alten Songs verstecken müssen. Mit "Let's Get Clinical", in dem Smith überraschend explizit wird, und dem unsäglich betitelten "Roller Disco Dreams" folgen zwei weitere Highlights, die das Niveau auch in der zweiten Hälfte hochhalten.
Wer einen Kritikpunkt finden möchte, findet ihn bei "I Haven't Seen Her In Ages", dem letzten Stück der Platte. Legten Maximo Park auf "A Certain Trigger" mit "Acrobat" und auf "Our Earthly Pleasures" mit "Parisien Skies" die Messlatte am Ende jeweils noch ein Stück höher, stagnieren sie diesmal. Aber möchte man sich darüber wirklich aufregen?