DETAILS

Interpret:
Mamas Gun

Plattentitel:
Routes To Riches

Label:
Candelion / Rough Trade

VÖ:
bereits erschienen

Punkte:
7.5 von 10

Weiterführende Links:

Autor:
Daniel vom Bruch
Herne, 16.08.2010

PLATTENKISTE

Mamas Gun - Routes To Riches

Mamas Gun - Routes To Riches

Crazewire-Hauswirtschaftskurs: Man nehme ganz viel Jamiroquai, eine Einheit Lenny Kravitz, eine Prise Michael Bublé und eine Messerspitze Outkast, tue alles in einen Mixer, rühre und schüttele es kräftig. Was bekommt man dann heraus? Mamas Gun mit seinem Album „Routes To Riches“.

Es ist tatsächlich so: Andy Platts, Mastermind bei Mamas Gun, bedient sich ungeniert an musikalischen Einflüssen jedweder Art. Am deutlichsten ist Jamiroquai herauszuhören. Teilweise erkennt man den Unterschied nur, weil Platts halt nicht so eine markante Stimme wie Jay Kay hat. Dazu kommt ein ständiger Einsatz von Steichern, die eine Art funkigen Big Band-Sound produzieren.

Selbst der Bandname ist ja nur entliehen. Erykah Badu nannte ihr Album im Jahr 2000 „Mama’s Gun“. Ganz schön weit aus dem Fenster gelehnt, Andy Watts. Dass er trotzdem nicht rausfällt, liegt daran, dass das Album insgesamt sehr hörenswert ist. Klar, Mamas Gun schießt mit geklauter Munition. Aber besser gut kopiert, als schlecht einen eigenen Stil entwickeln.

Und diese gute Kopieren macht Andy Watts. Seine teils funkigen, teils balladesken Tracks besitzen so etwas wie Ohrwurmqualität und sind teilweise einfach nur schön. Die musikalischen Jahrzehnte werden komplett abgearbeitet. Soul aus den 60ern, Funk der 70er, 80er, 90er und Nuller Jahre. Dazu besticht Mamas Gun durch ein wenig Acid, Britpop-Gitarren, Rock, breite Orchestrierung und leichte Electro-Klänge.

Nun gut, Andy Watts hat sich bei vielen bedient. Aber niemals auf unverschämte Art und Weise. Denn er kopiert nicht dreist, sondern nimmt Einflüsse auf und verarbeitet diese zu eigenen Songs. Dass er es damit teilweise etwas übertreibt, soll nichts daran ändern, dass „Routes To Riches“ eine gute Platte ist. Oder man drückt es einfach so geschickt aus wie die Plattenfirma: „Der Sound von Mamas Gun ist eine tiefe Verneigung vor den Wegbereitern eines Musikstils, der schon seit Jahrzehnten die Herzen und Füße der Menschen bewegt.“ OK, einverstanden.



 

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