DETAILS

Interpret:
Major Lazer

Plattentitel:
Guns Don't Kill People... Lazers Do

Label:
Downtown / Cooperative Music / Universal

VÖ:
bereits erschienen

Punkte:
6.0 von 10

Weiterführende Links:

Autor:
Bastian Küllenberg
Wuppertal / Düsseldorf, 03.08.2009

PLATTENKISTE

Major Lazer - Guns Don't Kill People... Lazers Do

Major Lazer - Guns Don't Kill People... Lazers Do

Wenn es galt, dem Indie-Mainstream stringente Beats und satte Bässe näher zu bringen, waren in jüngster Vergangenheit stets zwei Herren nicht weit: Diplo und Switch sind als Team oder solo hinter den Kulissen für Bonde De Role, M.I.A. oder Santigold aktiv und haben so der Disco-Gemeinde ihren Stempel aufgedrückt. Nun erschufen die Produzenten mit Major Lazer eine Comicfigur, um sich in den sommerlich heißen Welten von Reggae und Dancehall auszutoben.

Dabei ist von Anfang an klar, dass sich „Guns Don't Kill People ... Lazers Do“ an ein Publikum richtet, dass mit Jamaika ansonsten vorrangig im Zusammenhang mit Wortschöpfungen der Bildzeitung zu tun hat. Um den Einstieg zu erleichtern, klingt dann der Opener „Hold The Line“ dank der Beteiligung von Santigold, die man ja ohnehin gerne verwechselt, exakt nach einem Outtake der „Arular“-Sessions. Das ist nicht übel, aber eigentlich hatte man sich mehr erwartet, etwas Neuartiges erhofft von Diplo, der doch in der Vergangenheit regelmäßig mit weltgewandtem Sound überzeugen konnte.

Bei Major Lazer schrumpft das alles auf eine kompakte Übersicht des Spektrums aktueller Dancehall-Stile. Mal wummert der Bass, mal lehnt man sich entspannt zurück, unter Beteiligung zahlreicher Gäste aus der Südsee. Alles gefällt, doch kann Puristen und Fachleute wenig überraschen. Natürlich wird auch „Mary Jane“ gehuldigt, obgleich Diplo und Switch dem arg gewöhnlichen Thema musikalisch mittels schrägem Bläsermarsch einiges abgewinnen können. Der jugendlichen Röhrenhose wird es gefallen.

Unterm Strich ist Major Lazer daher eine klare Sache für die nächste WG-Party oder den Indietronic-Schuppen um die Ecke. Spülen oder Staubsaugen lässt sich auch ganz prima zu dieser Musik, besonders wenn das überpackende „Jump Up“ aus den Boxen kracht.

 

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