DETAILS

Interpret:
Little Red

Plattentitel:
Listen To

Label:
Lucky Numbers / Rough Trade

VÖ:
bereits erschienen

Punkte:
6.0 von 10

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Autor:
Dominik Knauf
Kropp, 08.03.2010

PLATTENKISTE

Little Red - Listen To

Little Red - Listen To

So klingt das wohl, wenn fünf junge Australier die Plattenschränke ihrer Väter plündern. Beach-Boys-Harmonien neben Doo-Wop-Chören, lässiger Rock neben Soulanleihen. All dies und noch mehr wird auf „Listen To“ mit neugieriger Experimentierfreude zu einem bunten Gemischtwarenladen, vorgetragen mit rotziger Attitüde und windschiefem Gesang. Das klingt dann keineswegs orientierungslos, sondern nach schick gestylter Nostalgie, die mit einem Hauch Dilettantismus gewürzt wird.

Denn hier ist nicht alles so perfekt, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Die Gitarren dengeln scheppernd aus den Boxen, die Chöre klingen, als wären sie in einer besoffenen Motown-Session entstanden. Hier und da stolpert das Schlagzeug über seinen eigenen 4/4-Takt, als hätte der Drummer Unterricht von Ringo Starr erhalten. Doch genau das macht den Reiz von „Listen To“ aus. Dieses Unfertige, Zerfahrene, das aber genau so klingen muss, genauso klingen soll.

Neben all den Bezügen und Hommagen an The Kinks („She‘s Not The Only One“), Marvin Gaye („Speedo“) und unzähligen namenlosen Rock ´n Roll-Bands der frühen Sechziger („Fool“), versucht das Album auch den Übergang in die Neuzeit zu schaffen. In „Coca Cola“ ergehen sich die Gitarren in abgehacktem Retro-Schickimicki, so wie man es unter anderem von den Strokes gewohnt ist. „Waiting“ zieht einen dann mit einem intensiven Bass-Groove auf die Tanzfläche, auf der uns eben noch Franz Ferdinand ausführen wollten. So schön das alles auch sein mag, einen Haken hat „Listen To“ dann doch: Für ein gutes Album schwirren einem beim Hören dann doch zu viele ablenkende Referenzen durch den Kopf.

 

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