DETAILS

Interpret:
Lindstrøm

Plattentitel:
Where You Go I Go Too

Label:
Feedelity Records / Smalltown / Al!ve

VÖ:
bereits erschienen

Punkte:
7.0 von 10

Weiterführende Links:

Autor:
Bastian Küllenberg
Wuppertal / Düsseldorf, 19.01.2009

PLATTENKISTE

Lindstrøm - Where You Go I Go Too

Lindstrøm - Where You Go I Go Too

„I Feel Space“ war der Hit, mancher in Disco-Kreisen mag sagen Klassiker. Nun also Zeit für ein Solo-Longplay-Debüt. Die internationale Presse jubelte 2008 anlässlich des aktuellen Releases von Lindstrøm dann auch dementsprechend. Man konnte von einem „triumph of sound design“ und der „distillation of the space-disco aesthetic“ lesen. Dieses Album, so Pitchfork, sei „a fake so real it's beyond fake“. Na, das wollen wir doch mal sehen. Oder vielmehr hören, erfahren, miterleben. Denn „Where You Go I Go Too“ ist Musik zum Nachfühlen und eintauchen. Wie in nächtlichem Pool auf einer Südseeinsel, sieht man das echte Meer in der Ferne, während man die Beine in blubbernder Wärme des Badezubers hat und fühlt sich dabei angenehm angekommen.

Der norwegische Produzent serviert auf seinem jüngsten Album einen Titeltrack, der sich mit knapp 30 Minuten Länge wohl um einen Platz im Guiness-Buch bewerben möchte und doch zu keiner Stelle langweilig wird. Dieser Electro hat etwas altmodisches, atmet die Atmosphäre von Krautrocks Keyboardliebhabern Tangerine Dream oder Soundguru Brian Eno. Das Stück fließt, entwickelt sich und setzt nach etwa sechs Minuten zur unentwegten Steigerung an. Synthies durchschneiden den Raum, entfernen den Hörer zunehmend vom sicheren Bodenkontakt, dazu legen wuchtige Bässe ein neues Fundament. Darauf wird es wieder still. Zeit zu verschnaufen, angestrengtes Atmen, die Ruhe vor erneutem Anstieg, dem nächsten Weltraumspaziergang. „Grand Ideas“ und „The Long Way Home“, die beiden weiteren Titel des Albums, spinnen diese Grundidee, wenn auch in verkürztem Rahmen, so doch sehr schlüssig fort.

Da lacht er, der Lindstrøm, wenn man aufs Cover sieht. Drei Stücke in 55 Minuten und dann alles auch noch derart hörbar? Das macht dem Norweger so schnell keiner nach. Und DJs, die aus diesem Großkonzept handliche Remixes für den Club machen, finden sich bestimmt. Wie wäre es denn mit Trentemøller?


 

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