DETAILS

Interpret:
Lenny Kravitz

Plattentitel:
Let Love Rule - 20th Anniversary Deluxe Edition

Label:
Virgin / EMI

VÖ:
bereits erschienen

Punkte:
Keine Wertung

Weiterführende Links:

Autor:
Dominik Knauf
Köln, 04.05.2009

PLATTENKISTE

Lenny Kravitz - Let Love Rule - 20th Anniversary Deluxe Edition

Lenny Kravitz - Let Love Rule - 20th Anniversary Deluxe Edition

Und schon wieder ein Re-Release, das einem schmerzhaft aufzeigt, wie schnell die Welt sich doch dreht. "20th Anniversary Deluxe Edition" steht nun als Untertitel auf Lenny Kravitz' Debütalbum "Let Love Rule", das bereits zu Zeiten seiner Veröffentlichung wie ein "20th Anniversary Deluxe Album" klang. Dieses Album schöpfte seine schiere Energie aus den wilden Sechzigern, dem Funk der Straße, dem Rock des Romantikers, den längst verstorbenen Idolen dieser Epoche.

Alles, was Lenny Kravitz nach diesem Album, spätestens aber nach "Are You Gonna Go My Way?", falsch machte, funktionierte auf "Let Love Rule" noch in Perfektion. Man höre nur einmal das hingehauchte "Love" zu Beginn des Titelsongs, das alleine schon als Aphrodisiakum für ein ganzes Fußballstadion reichen würde. Dass der Song dann noch in ein völlig unpathetisches Saxofonsolo rauscht, begleitet von diesen "Let Love Rule"-Chören, die "Hey Jude"-Qualitäten besitzen, zeigt den Ideenreichtum, aus dem der junge Kravitz zu Beginn seiner Karriere schöpfte. "Freedom Train" knarzt auch nach 20 Jahren noch genauso herrlich altmodisch aus den Boxen und wird von Kravitz mit einer Inbrunst intoniert, die keinen Zweifel zulassen. Ein Stück Funkrock für die Ahnengalerie, genauso wie "Mr. Cab Driver", das in der hier mitgelieferten Demo auf einem alten Kassettenrekorder, alleine mit der akustischen Gitarre, noch ungelenker poltert.

Für ein paar Augenblicke war Lenny Kravitz der Weltstar, der er immer hätte sein sollen. Sogar die Balladen, die im späteren Verlauf seiner Karriere immer öfter zu negativen Gänsehautmomenten führten, klingen hier ehrlich und von einer für damalige Verhältnisse ungewohnten Vorliebe für den psychedelischen Sound der Sechziger Jahre, nur noch rauer, noch direkter. Man kann den Parkplatz vor dem A&M-Hauptquartier förmlich noch hören, auf dem Lenny Kravitz herumlungerte, bevor er dann von Virgin entdeckt wurde und seinen Siegeszug antrat. Schon bald füllte er die großen Hallen, was man auf der Bonus-Disc als Livekonzert aus dem Paradise in Boston und dem Paradiso in Amsterdam nun noch einmal nacherleben darf. Darüber hinaus sind noch etliche Demoversionen der Albentracks zu hören, die zeigen, wie schnell aus dem Straßenmusikanten Lenny der gefeierte Rockstar Kravitz wurde, der bis heute den Ruhm und das Erbe dieses Debütalbums verwaltet.


Prunkstücke

 
 
 

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