DETAILS

Interpret:
Lars And The Hands Of Light

Plattentitel:
The Looking Glass

Label:
Crunchy Frog / Cargo

VÖ:
05.03.2010

Punkte:
7.0 von 10

Weiterführende Links:

Autor:
Christopher Szwabczynski
Steinfeld, 22.02.2010

PLATTENKISTE

Lars And The Hands Of Light - The Looking Glass

Lars And The Hands Of Light - The Looking Glass

Dänemark hat sich als Pop-Land längst etabliert. Da wäre ganz klar der herausragende Trentemøller zu nennen, die bezaubernden Mew, Who Made Who und viele mehr, die Liste ist bekanntlich lang. Gerne erinnert man sich zurück an die besondere dänische Nacht vergangenen Sommers. Die c/o Pop gewährte einen interessanten Einblick in die dänische Musikszene mit der Mottoparty „The Danish Entourage“. Ein denkwürdiger Abend mit explosiven Beats und glasklaren Gitarren.

Nun ist es eben so weit, die Liste zu ergänzen. Lars Vognstrup, der bereits auf eine lange Karriere mit Bands wie Raunchy und Money Your Love und langjähriges Touren mit Junior Senior zurückblicken kann, hat sein Exil in Los Angeles unterbrochen und sein dortiges DJ-Dasein vorerst an den Nagel gehangen. Lars And The Hands Of Light soll der neue Abschnitt seines Lebens heißen, der scheinbar eine gute Portion Lebensfreude und einen Rundumschlag der vergangenen Jahrzehnte Musikgeschichte in sich birgt.

Besagter Rundumschlag auf „The Looking Glass“ reicht von 60s-Pop über 70s-Rock hin zum Hip Hop der 80er-Jahre. Die Vorabsingle „Me Me Me“ ist in Dänemark bereits ein Radiohit und kommt mit Soul in der Stimme und Clear-Gitarre nun auch zu uns. So seicht der Opener dahin groovt, kommt „Stranger To the Sea“ umso prägnanter daher. Anfangs möchte man noch denken, man höre Joy Division mit deren Lead-Bass und dem ausdrucksstarkem Schlagzeug. Wechselt jedoch die Stimmung mit Synthesizern und Clear-Gitarre, hält die Stimme von Lars Vognstrup den Vergleich zu Ian Curtis nicht stand. Es dauert jedoch nicht lange, bis man sich vom Moneybrother-Southern-Soul vereinnahmt hat lassen und fröhlich beginnt, zu genießen. Es kommen immer wieder Momente auf, an denen man an Bands wie die frühen Mando Diao denken muss, an The Clash erinnert wird oder in Versuchung gerät, die alten Jethro-Tull-Platten rauszukramen. Man kommt jedoch nicht dazu, sich zu fragen, was für eine ungewohnte Kombination das alles hier ist. Lars And The Hand Of Light schaffen es, all diese Einflüsse zu verarbeiten und an den Hörer weiterzuleiten.

Ist das Album nach sehr knappen vierzig Minuten durch, bleibt keine Erinnerung, an einen überwältigen Song, obwohl man während dem Hördurchgang immer wieder mal aufgehorcht hat, wenn zum Beispiel die zarte Stimme von Line Vognstrup zum ersten Mal richtig zum Einsatz kommt. Es bleibt nichts hängen, aber man verspürt das Verlangen, sich nochmal darauf einzulassen.

Video: „Me Me Me“

Lars and the hands of light - Me, me, me from AllRecentPast on Vimeo.

 

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