DETAILS

Interpret:
LAL

Plattentitel:
dto.

Label:
Public Transit Recordings / Groove Attack

VÖ:
bereits erschienen

Punkte:
6.5 von 10

Weiterführende Links:

Autor:
Dominik Knauf
Köln, 18.01.2012

PLATTENKISTE

LAL - dto.

LAL - dto.

Rosina Kazi, Sängerin der kanadischen Band LAL, behauptet von sich selbst, eine Anarchistin zu sein. Jetzt kann man dem vierten, selbstbetitelten Album LAL's ja einiges unterstellen, eines ist es aber definitiv nicht geworden: anarchisch. Vielmehr loten die zehn Songs des Albums gekonnt die Möglichkeiten der elektronisch angehauchten Weltmusik aus.

Behutsam gehen LAL dabei zu Werke und hüllen ihre Songs in altmodische Trip Hop-Arrangements, die schon Massive Attack Anfang der Neunziger gut zu Gesicht standen. Doch allzu hypnotisch wird es dann auch wieder nicht auf „LAL“. Dafür sorgt Kazi mit ihrer angeschrägten und dem Soul und Jazz verschriebenen Stimme, die den Songs etwas Gemütliches, downbeatig Kuscheliges verleiht.

Ab und an brechen LAL aus diesem Soundkorsett aus und geben einem Song wie „Look Behind" mit Banjo- und Akkordeonbegleitung jene nötigen Ecken und Kanten, die das Album spannend werden lassen. In Songs wie diesen lässt sich eine gewisse Ähnlichkeit zu Little Dragon nicht von der Hand weisen. Dass LAL trotz aller Abseitigkeiten durchaus einen Hang zum perfekten Popsong haben, beweist die Tatsache, dass sich alle zehn Tracks um die 3-Minuten-Marke bewegen. Mehr Zeit benötigen LAL nicht, um den Hörer in ihren Bann zu ziehen. Wenn die Songs trotzdem Haken schlagend dem geraden Mainstream-Weg ausweichen, ist das vielleicht das größte Anzeichen dafür, dass Rosina Kazi doch eine kleine Anarchistin im Sinne der Kunst ist.


 

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