DETAILS

Interpret:
Kode9

Plattentitel:
DJ-Kicks

Label:
!K7 / Al!ve

VÖ:
bereits erschienen

Punkte:
6.0 von 10

Weiterführende Links:

Autor:
Christopher Szwabczynski
Steinfeld, 26.07.2010

PLATTENKISTE

Kode9 - DJ-Kicks

Kode9 - DJ-Kicks

Wenn man im Kölner Kompakt-Store über diese Platte stolpert und Kode9 sogar am Beach des Melt!-Festivals auflegen sieht, sind das genügend Indizien, die für einen interessanten Elektro-Künstler sprechen. Das das Berliner Label K7 ihn nun auch noch gebeten hat, eine Episode ihrer Compilationserie DJ-Kicks zu mixen, lässt eigentlich keine Zweifel mehr zu, dass das hier ein Muss für jeden Freund von Techno und Dubstep ist.

Kode9 aka Steve Goodman ist eigentlich Professor in Philosophie und wenn man die Form wahrt, darf man ihn mit dem Doktortitel anreden. Doch seit geraumer Zeit lässt Dr. Goodman seine Energie unter dem Namen Kode9 entfalten und ist Besitzer seines eigenen Labels, Hyperdub. Die Buchveröffentlichungen wurden eingestellt und ersetzt durch DJing und gelegentliches Platten- und Samplerveröffentlichen. Mit seinen DJ-Kicks ist Kode9 nun auch in der stilsicheren Liste der Compilationreihe von K7 zu nennen.

Das dieser viel versprechende Neuankömmling in der Techno-Szene seine Wurzeln in Dubstep, Dub Reggae und Drum And Bass hat, ist nicht nur am Namen seines Labels zu sehen. Vom ersten Song „Once In A While“ von Lone stürzt der Hörer direkt auf diese hier vertonten Genrebegiffe. Rhythmisch geht es über Minimalparts hinweg, ohne zu merken, dass der Song bereits längst ein anderer ist. Eigene Tracks wie „Blood Orange“ oder „You Don't Wash (Dub)“ zeichnen ein ganz eindeutiges Bild von Kode9, und die gesampleten Songs untermalen das ganze Bild nur noch. Vielschichtig aber dennoch Minimal, und mit ständig an Drum And Bass erinnernden Rhythmen, schafft Kode9's DJ-Kicks die schmale Gratwanderung zwischen tanzbar und entspannend. Das zumindest an meinem Schreibtisch, wie es auf der Tanzfläche funktioniert, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass die DJs unseres Vertrauens Kode9 spielen werden, wenn sie es nicht bereits tun.

Als Fauxpas anzusehen ist, dass Kode9 wiederholend die gleichen Interpreten sampelt, was für mich als begeisterter Mix-Tape-Bastler ein absolutes No-Go ist. Nicht nur, dass er sich selber des öfteren in die Set-Liste packt, Digital Mystikz ist auch ein häufig gesehener Name. Nur die Tatsache, dass diese DJ-Kicks trotz eines Rekord-Umfangs von 31 Tracks ein homogenes Werk bilden, macht dies wieder gut. Mit „Godzilla“ von Zomby geht es für eine knappe Minute auf die Chip-Music-Schiene, die den Gameboy in der Ecke wieder aufleben lässt. Zum Schluss nochmal dunkler Dub mit tiefen Bässen und afrikanisch anmutenden Gesang und nach einer Stunde verabschiedet Kode9 seine Zuhörerschaft in die Dunkelheit der Nacht.

Stream: „You Don't Wash (Dub)“

Kode9- You Don


 

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