Interpret:
Kismet
Plattentitel:
Hiatus
Label:
Beep! Beep!
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
6.0 von 10
Autor:
Christopher Szwabczynski
Steinfeld, 11.05.2009
Als ich vergangenen Winter einen Abstecher in das Crazewire-Hauptquartier Bonn machte, habe ich mit Paper Tiger als Support für Snailhouse ein wahrlich nettes Nikolaus-Geschenk bekommen. Ja, aber so ist das Kult 41. Jeder Konzert-Abend im Rahmen von „Buzzin' Eve“ wird zum intimen Wunschkonzert mit Überraschungen. So war es damals auch mit Paper Tiger, die ich bis dato nicht wirklich kannte, und so ist es auch jetzt mit Kismet, von denen ich bis heute nichts wusste.
Kismet ist ein Indie-Rock-Quintett aus Utrecht, den Niederlanden. „Hiatus“ ist ihr Debüt-Album, an dem Kismet eine ganze Weile dran gebissen haben. Schon seit 2002 werkeln Kismet an ihren Songs. Wie sagte Mike Feuerstack einst: „Außerdem kostet es viel Geld ein Album zu machen und man muss genug Zeit investieren, um es richtig zu machen, so dass man damit zufrieden ist.“ Dieses Zitat haben sich Kismet wohl sehr zu Herzen genommen.
Temy, der Sänger und Gitarrist von Paper Tiger überzeugte mich am besagten Abend in Bonn. Temy, der Sänger und Gitarrist von Kismet überzeugt mich auch heute mit seinem Nebenprojekt. Seine markante Stimme zusammen mit der hier sehr ansprechenden Instrumentalisierung wirkt professionell und ausgearbeitet. Ganz anders als im Kult 41, wo der Auftritt von Temy Phem und Chris Regtop eher einer musikalischen Kabarett-Nummer glich. Das sollte bitte nicht als Kritik verstanden werden. Kismet scheint der anspruchsvollere Pol in dem Schaffen von Temy zu sein. Die Songs wirken teilweise sogar experimentell wie „We Are All So Busy“. Es scheint, dass dieser Eindruck schnell den Wind in den Segeln verliert. Denn im nächsten Song „Holiday“ pocht Temy und seine Bande auf dem leichten Pop, wie wir es von Paper Tiger gewöhnt sind. Im nächsten Augenblick bläst uns dann eine Windboje um die Ohren, dass das Experimental-Segel wieder spannt. „TV On“ trumpft mit komplexen Gitarrenriffs auf, die mit Klavierklängen verknüpft sind, um zwischendurch immer wieder auf den Pop einzuschlagen.
Zerrissen zwischen Depeche Mode und The Get Up Kids wirkt diese niederländiche Formation. Ganz der Geheimtipp, wie wir Paper Tiger einst ankündigten, ist Kismet nicht. Aus einem Land, aus dem nicht wirklich viel kommt, ist „Hiatus“ aber mit Sicherheit ein guter Wille.