DETAILS

Interpret:
Kings Of Convenience

Plattentitel:
Declaration Of Dependence

Label:
Source / Virgin / EMI

VÖ:
02.10.2009

Punkte:
9.0 von 10

Weiterführende Links:

Autor:
Christopher Szwabczynski
Steinfeld, 21.09.2009

PLATTENKISTE

Kings Of Convenience - Declaration Of Dependence

Kings Of Convenience - Declaration Of Dependence

Mit den Kings Of Convenience ist es, als würde man einen alten Freund nach Jahren wiedertreffen. Zwar hatte man hier und da Kontakt, aber wirklich Zeit zum Zusammenkommen konnte man nicht finden. Jetzt sitzt man aber endlich wieder da, stößt auf die gute alte Zeit an, und alle Sorgen sind vergessen. Die Konversation ist interessant und die Witze sind gut. Es wird gelacht, alte Platten werden rausgesucht und man schwelgt in Erinnerungen.

Fünf Jahre ließ das Duo Eirik Glambek Bøe und Erlend Øye aka Kings Of Convenience nichts von sich hören. Sicher, die Zeit war nicht wirklich unerträglich, gerade weil Erlend seit 2006 mit The Whitest Boy Alive zwei Alben veröffentlicht hat, die man seinen Kindern zeigen wird und auch noch bei den Enkeln versucht, frenetisch mitzuwippen. Passend zum Abschluss der Festival-Saison erscheint „Declaration Of Dependence“, der dritte Longplayer der beiden Norweger.

Mit elf Jahren lernten sie sich in der Schule kennen und begannen bald, Joy-Division-Songs zu covern. Nach kleinen Erfolgen mit der Schulband dauerte es nicht lange bis Kings Of Convenience entstanden. In London veröffentlichten sie 2001 ihr erstes Album „Quiet Is The New Loud“ bei der Plattenfirma Source Records, der sie bis heute treu geblieben sind. Nach vielen Konzerten und Erfolgen, die das Dou aus ihrem Heimatort Bergen lockte, zog Erlend Øye nach Berlin, wo seine Solo-Platte „Unrest“ entstand. Bøe - der in dieser Zeit in Bergen beschäftigt war - und sein Partner fanden wieder Zeit, um sich neuen Songs anzunehmen. 2004 erschien ihr zweites Album „Riot On An Empty Street“. Jetzt, nach fünf Jahren beweist „Declaration Of Dependence“ erneut, dass Leise das neue Laut ist.

Das gefühlvolle Zusammenspiel von harmonischen Akustikgitarren und die darüber schwebenden Stimmen von Eirik und Erlend, die sich im Wechselspiel perfektionieren, sind seit ihrem ersten Zusammentreffen die Erkennungsmerkmale, die Kings Of Convenience so einzigartig machen. Verträumte Melodien, neue Ideen und wundervoll emotionale Texte bewähren sich, von Album zu Album. So gibt es auf „Declaration Of Dependence“ nicht viel neues. Alles bleibt beim alten, nur irgendwie mit einem Hauch mehr Leben. Was den beiden in den letzten Jahren so widerfahren ist und sie beschäftigt, packen sie in geschmackvolle Melodien, die es schaffen uns immer wieder zu bezaubern. So auch „Mrs. Cold“, der zweite Song des Albums. Ein romantisches Stück von der Eisprinzessin, dass das Kind beim Namen nennt: „What is love? / It was just a game / We're both playing and we can’t get enough of“. Die erste Single „The Boat Behind“ treibt fröhlich mit seiner Geigenmelodie und dem Walking-Bass dahin. Dass die beiden Stimmen eine perfekte Verbindung eingehen, sollte man hier allerspätestens begriffen haben. Der nächstes Höhepunkt lässt nicht lange auf sich warten. „Rule My World“ könnte ein Whitest-Boy-Alive-Song sein, der sich an einem Strand in die Sonne verliebt hat. Der Refrain, den Erlend mit seinem Gesang leitet, kann nur im Ohr hängen bleiben und dort in der nächsten Zeit ordentlich Harmonie verbreiten.

Aber „Declaration Of Dependence“ ist mehr als nur ein Wohlfühlprodukt für unsere Gehörgänge. Vielmehr ist das dritte Album für Eirik und Erlend, die sich heute sagen können, dass sie ohne ihre Freundschaft zueinander die wichtigste und vollkommenste Sachen in ihrem Leben missen würden. Ihre Abhängigkeit zueinander ermöglicht, dass auch Songs wie „Renegade“ und „Riot On An Empty Street“ oder „Scars On Land“ zu diesem großartigen und unnachahmlichen Zusammenspiel gelangen, das Kings Of Convenience so unvergleichlich macht.

Das Wiedersehen mit Kings Of Convenience ist mehr als ein voller Erfolg. Ein Wiedersehen, das bewiesen hat, dass man mit Kings Of Convenience eine Band für's Leben gefunden haben kann. Und so läuft es bei einem Treffen mit dem besten Freund. „So we meet again / after several years, several years of separation“. Am Ende entschwindet man wieder zurück in sein Leben, jeder in sein anderes, eigenes Leben. Doch was bleibt ist die Abhängigkeit.

Video: „The Boat Behind“

Kings of Convenience - The Boat Behind from James Futs on Vimeo.


 

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