DETAILS

Interpret:
Kathleen Edwards

Plattentitel:
Voyageur

Label:
Concord Records / Universal Music Germany

VÖ:
20.01.2012

Punkte:
7.5 von 10

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Autor:
Dominik Knauf
Köln, 18.01.2012

PLATTENKISTE

Kathleen Edwards - Voyageur

Kathleen Edwards - Voyageur

Am Anfang sind es nicht mehr als Ideen, die Kathleen Edwards für die Songs ihres neuen Albums „Voyageur“ hat. Songfragmente, Skizzen, Puzzleteile, die nicht so recht zusammenpassen wollen. Mit denen sie sich monatelang vergeblich zu arrangieren versucht. Die Lösung ihrer Probleme ist einerseits so naheliegend und andererseits doch so wundervoll unwirklich. Niemand Geringeres als Justin Vernon alias Bon Iver, mit dem sie gemeinsam auf Tour war, lädt sie in sein Studio ein, um dort an ihren Songs zu arbeiten.

Das Ergebnis ist von einer luftigen Schönheit, einer betörenden Transparenz, die so ganz im Kontrast zur eingangs erwähnten Schreibblockade Edwards‘ steht. Der sachte Seufzer „Chameleon / Comedian“ ist ein Folk-Meisterstück, das wie ein Bächlein still vor sich hinfließt, um am Ende im Meer und den großen Gefühlen zu münden. Die mit kecken Synthies aufgehübschte Fleetwood Mac-Hommage „Sidecar“ zeigt Edwards von ihrer munteren Seite und beschert uns den ersten Americana-Hit des noch jungen Jahres.

An allen Ecken und Enden kann man Vernons Einfluss auf die zehn Songs hören. Der ätherische Harmoniegesang, die sachte, in sich gekehrte Instrumentierung, die Peter Gabriel-Verweise  man hat sie ja bereits auf den beiden Bon Iver-Alben schätzen und lieben gelernt  rücken Edwards‘ Kompositionen ins rechte Licht. Wenn Edwards zur Entstehung des Albums von unzähligen gescheiterten Versionen der Songs berichtet, kann man dies als Hörer zunächst kaum glauben. So endgültig, ja, so abgeschlossen klingt „Voyageur“, dass man sich das Album gar nicht anders hätte vorstellen können. 

Ganz nebenbei haben unter anderem noch John Roderick (Long Winters), Stornoway und Norah Jones an den Songs mitgewirkt. With a little help from her friends hat Edwards ihr bislang stärkstes Album aufgenommen. Jede Krise hat eben auch ihr Gutes, wie „Voyageur“ eindrucksvoll beweist.


 

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