DETAILS

Interpret:
Julian Casablancas

Plattentitel:
Phrazes For The Young

Label:
RCA (UK) / Sony BMG

VÖ:
bereits erschienen

Punkte:
7.5 von 10

Weiterführende Links:

Autor:
Dominik Knauf
Köln, 16.11.2009

PLATTENKISTE

Julian Casablancas - Phrazes For The Young

Julian Casablancas - Phrazes For The Young

Nachdem seine Bandkollegen in den letzten Jahren bereits allesamt mit ihren Nebenprojekten oder solo Platten veröffentlichten, überbrückt nun endlich auch Strokes-Sänger Julian Casablancas die Zeit bis zum „First Impressions Of Planet Earth“-Nachfolger mit seinem Solodebüt, das mit seiner musikalischen Vielfalt den ein oder anderen Strokes-Fan überraschen wird.

Zwar beginnt „Phrazes Of The Young“ mit „Out Of The Blue“, das mit den dengelnden Keyboard-Gitarrensounds, die nach Brian May klingen, noch recht Strokes-klassisch klingt, doch was danach folgt, ist ein Parforceritt durch die Musikgeschichte, der den ein oder anderen atypischen Schlenker nimmt. „11th Dimension“ ist ein direkter Nachfahre des Pet-Shop-Boys-Klassikers „Being Boring“ geworden, der mit den ein oder anderen New-Order-Anleihen aufwartet. Dass der Song dennoch unverkennbar nach den Strokes und nicht nach einer billigen Kopie klingt, liegt an Casablancas‘ leicht nölender Trademark-Stimme.

Auf den Ausflug auf den Tanzflur folgt direkt darauf der Gospel „4 Chords Of The Apocalypse“, der wiederum im Mittelteil mit einem abgestandenen Gitarrensolo der Marke Mittsiebziger aufwartet, das dann doch überraschend gut in das Zetern und die Aufmüpfigkeit des Songs passt. „Ludlow St.“ ist ein traditioneller Folk-Song geworden, so als würde man „Ob-La-Di-Ob-La-Da“ der Beatles mit verringerter Geschwindigkeit abspielen. Insgesamt hat Casablancas „Phrazes For The Young“ dazu genutzt, sich vom Strokes-typischen Dreiminüter zu emanzipieren und die Möglichkeiten der kreativen Selbstbestimmung auszuloten. Zwar enthält das Album nur acht Songs, doch kratzen die meisten Songs die magische Fünf-Minuten-Marke, was einem aber während des Hörens nicht sonderlich auffällt. 

Spannend wird nun vor allem die Frage, wie die vier Bandmitglieder ihre unterschiedlichen Einflüsse, die sie in ihren Nebenprojekten verfolgten, in das neue Strokes-Album einfließen lassen. Nimmt man nur „Phrazes For The Young“ als Maßstab für das kommende Album, so dürfen wir uns bereits jetzt auf einen bunten Überraschungsstrauß freuen.


 

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