DETAILS

Interpret:
Joy Division

Plattentitel:
The Best Of

Label:
Rhino / Warner

VÖ:
bereits erschienen

Punkte:
6.5 von 10

Weiterführende Links:

Autor:
Dominik Knauf
Köln, 08.04.2008

PLATTENKISTE

Joy Division - The Best Of

Joy Division - The Best Of

Wer es noch nicht gemerkt haben sollte, dem sei es hier noch mal explizit gesagt: 2008 ist das inoffizielle Joy Division-Gedenkjahr. Auch wenn ihr Debütalbum „Unknown Pleasures“ erst im nächsten Jahr sein 30-jähriges Jubiläum feiern wird, ist die Band wieder in aller Munde. „Schuld“ daran sind die Extended-Neuveröffentlichungen der drei Studioalben zu Beginn des Jahres, die Aufforderung der Wombats, mal wieder zu Joy Division zu tanzen und ganz besonders der vielgerühmte Biopic „Control“ von Anton Corbijn, in dem das Leben des Sängers Ian Curtis in allen Facetten gezeigt wird.

Wem das alles noch nicht genug ist, der hat jetzt die Möglichkeit, die komprimierte Bandgeschichte auf der neuerschienenen Doppel-CD „The Best Of Joy Division“ zu erleben. CD 1 widmet sich hierbei den drei Studioalben sowie der kurz nach dem Tod Curtis´ veröffentlichten Zusammenstellung „Substance 1977-1980“. Auf Raritäten oder alternative Mixe wurde verzichtet, weshalb der Mehrwert für den Fan, der die vier oben angesprochenen Werke bereits besitzt, gleich null ist. Erfreuen kann er sich jedoch über den geremasterten Klang, der nun um einiges druckvoller und kompakter als auf den Originalalben daherkommt.

Für den Neueinsteiger, der vielleicht erst seit „Control“ von der Existenz Joy Divisions weiß, ist dieses Kompendium jedoch eine gute Möglichkeit, sich behutsam in den Kosmos der Band einzuarbeiten. Alle Pflichtstücke wie „She´s Lost Control“, „Digital“, „Transmission“ und das unverzichtbare „Love Will Tear Us Apart“ sind hier im vorzüglichen neuen Klanggewand zugegen. Hier wird einmal mehr deutlich, warum Joy Division von so vielen neuen Bands noch immer als Quelle der Inspiration genannt werden. Die düstere, monotone Grundstimmung, die durch den anklagenden Gesang Ian Curtis´ eine bis dahin nicht gekannte Emotionalität in die damalige, vom Punk geprägte Welt einbrachte, war bahnbrechend. Eine Musik, die zu gleichen Teilen von den Sex Pistols und David Bowie beeinflusst war, wie man auf der ersten CD nachhören kann. Warum jedoch in diesem Zusammenhang auf das frühe „Leaders Of Men“ verzichtet wurde, bleibt ein Geheimnis.

CD 2 widmet sich den BBC Sessions, die Joy Division im Rahmen der John Peel Radioshow aufnahmen. Diese, ebenfalls bereits früher auf CD veröffentlichten Stücke, zeigen Joy Division von ihrer stärksten Seite. Live eingespielt sind die Songs eine Spur rauer und eindringlicher als auf den Studioalben, was man insbesondere an „Sound Of Music“ hören kann. Zum Abschluss gibt es noch ein kurzes Interview mit Ian Curtis und Schlagzeuger Stephen Morris aus dem Jahre 1979, in dem die beiden gut aufgelegt und zuversichtlich Fragen über Manchester und ihre Zukunft beantworten. Wie die Geschichte dann ausging, kann man sich im Ausnahmefilm „Control“ ansehen.


 

Freunde

 
 
 
 

Wir Präsentieren:

 
 
 

Prunkstücke