DETAILS

Interpret:
Joker's Daughter

Plattentitel:
The Last Laugh

Label:
Double Six / Domino / Indigo

VÖ:
bereits erschienen

Punkte:
5.5 von 10

Weiterführende Links:

Autor:
Michael Weber
Köln, 21.07.2009

PLATTENKISTE

Joker's Daughter - The Last Laugh

Joker's Daughter - The Last Laugh

Interpreten und Interpretinnen, die mit Danger Mouse zusammen arbeiten, müssen zwangsläufig damit leben, dass die Kollaborationen mit der noch immer konstant steigenden Produzentengröße entweder als gemeinschaftlicher Geniestreich oder als Versagen des Produzenten durchgehen. Es stellt sich die Frage, was aber schlimmer ist. Ein Segen und Fluch zugleich ist es, mit ihm zu arbeiten. Scheinbar. Man hat aber grade bei ihm das Gefühl, dass sein Name und seine vergangenen Projekte wie das „Grey Album“, Gnarls Barkley oder Dangerdoom stets zu viel Raum einnehmen.

Ein Manko, dass sich nicht so einfach abstreifen lässt. Zumindest noch nicht. Es müssen von ihm noch viele Stile und Genre erfahren werden, bis die Konnotation des Underground-HipHop-Produzenten, für den Begriffe wie Projekt und Kollaboration scheinbar bindend sind, zu den Akten gelegt werden und Interpreten/-innen wie Helena Costas endlich in ihrem Genre aus seinem großen Schatten treten können.

Allerdings scheint Helena Costas, folgt man dem bisherigen Medienecho, als Joker’s Daughter mit ihrem Debüt „The Last Laugh“ vom zweiten, oben beschriebenen Fall zu profitieren. Der in London geborenen Multinstrumentalistin und Autodidaktin gelingt es in den 14 seichten Folk-Pop-Stücken nämlich nicht, markante Akzente zu setzen, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Oder doch? Ihrer klaren und etwas zierlichen wirkenden Stimme könnte man doch so sehr viel abverlangen, wenn sie ihre nivellierte Art zu singen hinter sich lassen würde. Sie schwebt teilnahmslos auf melancholischen Träumereien und verpasst es irgendwie für einen Moment, ihre bedrückte Getragenheit zu vergessen.

Auch wenn „The Last Laugh“ ein Folk-Album geworden ist, ist es jedoch eines, das in gewisser Weise nicht aus dem Quark kommt. Es scheint auch nichts zu helfen, dass neben zahnlosen Plätschereien progressivere Anleihen wie das im Dreiviertel-Takt gespielte, nach Jahrmarkt klingende (ebenso „Yellow Teapot“) und mit einem rhythmisch-emotionalen Break versehene „The Running Goblin“ durchscheinen. Dabei wäre der Mischung aus lässigen Schlagzeug-Klängen, weichen Gitarren-Pickings, wohlportionierten Streichern und Klavieren in Verbindung mit den unaufdringlichen, elektronischen Einlagen an den Keys etwas mehr Biss wohl besser bekommen. Die monotone Unprätentiösität wird mit poppigen Songs wie der Single „Worm’s Head“ oder dem auf Flöten und einem Fuzz hüpfenden „The Bull Bites Back“ angekratzt, aber nicht durchbrochen.

Allerdings haben auch so getragene Stücke wie „Cake And July“ oder „Nothing Is Ever What It Seems“ durchaus einen gewissen Anreiz, wenn man die der Poppigkeit entgegengesetzte Richtung betrachtet. Aber auch hier verschwimmen gute Ansätze im von Joker’s Daughter selbstgemachten Nirwana. Von daher ist es nicht nur Danger Mouses Schuld, dass „The Last Laugh“ nicht wirklich von sich reden macht.

 

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